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Gunther von Hagens: Professor made in China

Dem Leichenplastinierer Gunther von Hagens droht Ärger. Ein Gericht hat entschieden, dass er seinen aus China stammenden Professorentitel nicht ohne Zusatz führen darf.

Der umstrittene Anatom Gunther von Hagens darf seinen in China erworbenen Professorentitel nicht ohne Hinweis auf diese Herkunft führen. Das hat das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht in Münster am Donnerstag entschieden.

Laut Gericht hatte der durch seine "Körperwelten"-Ausstellungen bekannt gewordene Hagens im April 1999 von einer Universität in der Volksrepublik China auf fünf Jahre den Grad "visiting professor" erhalten. Das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium gestattete es, den Titel mit dem Zusatz "(RC)" oder "(VRC)" zu führen.

Strafverfahren läuft

Hagens lehnte den Zusatz jedoch ab. Anfang 2005 beantragte er beim Verwaltungsgericht Düsseldorf eine einstweilige Anordnung, dass er bis zum 21. Mai 2003 berechtigt gewesen sei, den Professorentitel ohne den Zusatz "(RC)" zu tragen. Hintergrund ist ein Strafverfahren in Heidelberg. Das Amtsgericht Heidelberg hatte Anfang 2004 wegen Titelmissbrauchs in fünf Fällen eine Gesamtstrafe von 144.000 Euro verhängt. Die Hauptverhandlung über den Einspruch des Anatomen ist für den 22. März angesetzt.

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte den Antrag auf einstweilige Anordnung abgelehnt. Das Oberverwaltungsgericht wies die Beschwerde Hagens’ nunmehr letztinstanzlich zurück. Zur Begründung erklärte es, der in China erworbene Professorentitel dürfe nur mit einem auf die Herkunft hinweisenden Klammerzusatz geführt werden. Damit sollten die Inhaber deutscher akademischer Grade vor Entwertung ihrer Rechtsstellung geschützt werden. Der Beschluss des Oberverwaltungsgerichts ist unanfechtbar.

AP / AP