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Hintergrund: Evolution

Unter Evolution versteht man die Entwicklung der Lebewesen aus ihren Vorfahren sowie die Entstehung neuer Arten und neuer Organismen-Gruppen.

Charles Darwin begründete die Evolutionstheorie

Unter Evolution versteht man die Entwicklung der Lebewesen aus ihren Vorfahren sowie die Entstehung neuer Arten und neuer Organismen-Gruppen.

Alle Lebewesen gehen auf einen einzigen Ursprung zurück. Treibende Kräfte der Evolution sind natürlich auftretende Mutationen im Erbgut der Lebewesen und die natürliche Auslese der an ihre Umwelt bestangepasstesten Individuen. Aufgrund des Prozesses der Auslese findet eine kontinuierliche Anpassung der Individuen an die sie jeweils umgebenden Umweltbedingungen statt.

Die Theorie der Evolution geht auf Charles Darwin zurück, der mit seinem 1859 erschienenen Werk »Die Entstehung der Arten« erstmals das Prinzip der natürlichen Auslese erkannte. Die Konsequenzen für die Evolution des Menschen und dessen Abstammung von affenartigen Vorfahren veröffentlichte er 1871 in dem Werk »Die Abstammung des Menschen«.

Die Entdeckungen Mendels unterstützten die Evolutionstheorie

Darwins Theorie stand in genauem Gegensatz zu der von Jean Baptiste de Lamarck vertretenen These, dass die Entwicklung der Lebewesen auf direkten Umwelteinflüssen beruht. Lamarck nahm an, dass sich die Lebewesen direkt an ihre Umwelt anpassten und diese Anpassungen direkt Einzug in das Erbgut fanden.

Die Evolutionstheorie wurde zwiespältig aufgenommen. Ein Schwachpunkt der Theorie ist und war, dass sie sich nur schwer beweisen lässt. Evolution spielt sich in extrem großen Zeiträume ab. Die Prozess der Entstehung neuer Arten oder gar Organismen-Gruppen vollzieht sich in Zeiträumen von Jahrhunderttausenden bzw. Jahrmillionen.

Erste wissenschaftliche Unterstützung erhielt die Theorie Darwins durch die Arbeiten von Gregor Mendel, der die Prinzipien der Vererbung anhand seiner berühmten Kreuzungsversuche mit Erbsen erforschte. Mendel wies erstmals die Existenz von auf Chromosomen angeordneten Genen nach; dadurch erhielt die Theorie der Vererbung von Merkmalen von Generation zu Generation eine sichere Grundlage.

Abschied von der »Krone der Schöpfung«

Die Molekularbiologie räumte schließlich die letzten Zweifel an der Tatsache aus, dass alle Arten auf einen einzigen gemeinsamen Vorfahren zurückgehen. Sie konnte einerseits beweisen, dass bei fast allen Lebewesen das DNA-Molekül der Träger des Erbguts ist (mit Ausnahme einiger Viren). Zum anderen konnte mit ihrer Hilfe der Beweis erbracht werden, dass der genetische Code bei allen Lebewesen einheitlich ist. Eine mehrfach unabhängige Entwicklung des hoch komplexen Codes ist so gut wie ausgeschlossen.

Die Evolutionstheorie wurde damals insbesondere von der Kirche angegriffen. Es war für viele schwer zu akzeptieren, dass Affe und Mensch, der nach Vorstellung der Kirche als die »Krone der Schöpfung« galt, auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgehen sollten.

»Kreationisten« lehnen die Evolutionstheorie rigoros ab

Obwohl die katholische Kirche im Oktober 1996 (über 100 Jahre nach Darwins Veröffentlichung und fast 50 Jahre nach der Entdeckung des DNA-Moleküls die Evolutionstheorie anerkannte, bestreiten noch immer einige religiöse Hardliner, unter ihnen vor allem die sogenannten »Kreationisten«, die Gültigkeit der Evolutionstheorie.

Die »Kreationisten«, die vor allem in den Vereinigten Staaten eine einflussreiche Strömung darstellen, lehnen das Prinzip einer Evolution im Allgemeinen ab. Sie behaupten (ohne dies freilich beweisen zu können), dass alle Arten an Lebewesen (einschließlich der bereits ausgestorbenen) gleichzeitig und auf einmal erschaffen wurden. Somit existiert für sie keine Neuentstehung der Arten. 1999 wurde die Evolutionslehre durch die staatliche Schulbehörde des US-Bundesstaates Kansas auf Druck christlicher Fundamentalisten vom Lehrplan gestrichen. US-Präsident George W. Bush kündigte an, die »Kreationisten« und ihre Ziele zu ünterstützen.

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