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Krankschreibung: Anstieg von psychischen Beschwerden

Die psychisch bedingten Fehlzeiten bei den Beschäftigten sind laut Techniker Krankenkasse in den letzten zwei Jahren um fast 20 Prozent gestiegen. Experten sehen dabei einen Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise.

Arbeitnehmer haben laut Techniker Krankenkasse vermehrt mit Depressionen und Burn-Out zu kämpfen

Arbeitnehmer haben laut Techniker Krankenkasse vermehrt mit Depressionen und Burn-Out zu kämpfen

In der Wirtschaftskrise haben vor allem psychische Erkrankungen Konjunktur: Nach dem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) haben sich die psychisch bedingten Fehlzeiten bei Berufstätigen in den letzten zwei Jahren um fast 20 Prozent erhöht. Den Angaben zufolge erreichten sie damit den höchsten Stand seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen im Jahr 2000.

Frauen sind häufiger depressiv

Statistisch gesehen war jeder Berufstätige im letzten Jahr gut elf Tage krankgeschrieben. Davon gingen laut TK 1,4 Tage auf das Konto einer psychischen Erkrankung. 2006 hatten die Fehlzeiten aufgrund psychischer Diagnosen noch bei 1,15 Tagen je Beschäftigtem gelegen. Frauen sind dabei mit 1,9 Fehltagen pro Jahr deutlich stärker betroffen als Männer mit gut einem Tag. Besonders verbreitet sind depressive Episoden, die allein fast fünf Prozent aller Fehltage ausmachen. Aber auch das vielgefürchtete Burn-out-Syndrom und körperliche Beschwerden ohne erkennbare organische Ursache plagen die Beschäftigten.

Der Anstieg psychischer Erkrankungen unter Arbeitnehmern ist aber kein spezifisch deutsches Problem, wie auf einer internationalen Konferenz zum Thema in Berlin deutlich wurde. In der Europäischen Union verursachen sie laut Gesundheitsexperten derzeit jährliche Kosten von 136 Milliarden Euro. Fachleute nehmen an, dass als Folge der aktuellen Rezession eine weitere Zunahme psychischer Erkrankungen zu erwarten ist. Sie befürchteten zudem, dass viele Staaten nun am Gesundheitssystem sparen werden - bei steigender Anzahl der Erkrankten.

DPA/AP / AP / DPA