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Neurobiologie: Mitgefühl bis ins Gehirn

Was Romantiker schon lange wussten, haben Wissenschaftler jetzt bewiesen: Liebende empfinden den Schmerz des anderen mit; im Gehirn des Mitfühlenden sind dieselben Zentren aktiv wie Im Hirn des Schmerz Erleidenden.

Was Romantiker schon lange wussten, haben Wissenschaftler jetzt bewiesen: Liebende empfinden den Schmerz des anderen mit. Bei demjenigen, der eigentlich gar nichts hat, werden dann dieselben Zentren im Gehirn aktiviert wie bei dem, der wirklich Schmerzen leidet. Wie die britische Zeitung "The Times" am Freitag berichtete, führten Neurologen vom University College in London dafür Tests mit 16 Paaren aus, die sich freiwillig gemeldet hatten.

Gleiche Hirnregionen aktiv

Bei dem Experiment wurde die Hirnaktivität der jeweiligen Partnerin gemessen. Nacheinander bekamen zuerst sie und dann ihr Partner kurze Elektroschocks. Die Frauen konnten dabei nicht das Gesicht ihres Partners sehen, erfuhren aber durch eine Anzeige, dass er in diesem Moment einen Elektroschock bekam.

Das Ergebnis: In beiden Fällen wurden bei der Frau die gleichen Hirnregionen aktiv - mit einer Ausnahme: Die Hirnregion, die körperlichen Schmerz registriert, wurde nur gereizt, wenn die Frau selbst den Elektroschock bekam. Die Hirnregionen, die emotionale Reaktionen auf Schmerz steuern - zum Beispiel Erregung, Schrecken, Trauer -, regten sich dagegen in beiden Fällen.

"Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir unsere eigenen subjektiven Gefühle zur Grundlage dafür machen, die Gefühle anderer zu verstehen", sagte die Leiterin der im Fachjournal "Science" (Bd. 303, S. 1157) veröffentlichten Studie, Tania Singer.

DPA

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