HOME

Taubblind: Hand-Zeichen: So funktioniert das Lormen

Die Erfindung des Lormens bedeutete einen enormen Fortschritt für Taubblinde: Das einfach zu erlernende Tastalphabet erlöst sie aus ihrer totalen kommunikativen Isolation. Lernen Sie hier, wie das Lormen funktioniert.

Das Lormen, das Tastalphabet für Taubblinde, geht auf den Schriftsteller Heinrich Landesmann zurück, der unter dem Pseudonym Hieronymus Lorm im 19. Jahrhundert in Berlin und Dresden wirkte. Lorm ertaubte 1836 im Alter von 15 Jahren, auch seine Sehkraft ließ nach, als 30-Jähriger war er schließlich vollkommen blind.

So erfand er für seinen eigenen Gebrauch das Hand-Alphabet, das fortan seine Familie und seine Freunde nutzten, um mit ihm zu kommunizieren.

Sie haben Flash deaktiviert oder nicht installiert. Oder Sie benutzen ein iOS-Gerät.

Nach seinem Tod veröffentlichte Lorms Tochter die Anleitung. Aufgrund der einfachen Handhabe verbreitete sich das Lormen bald in ganz Europa. Im Laufe der Zeit wurde das Tastalphabet mehrmals modifiziert, heute gibt es unterschiedliche landesspezifische Versionen.

Beim Lormen wird jedes Wort Buchstabe für Buchstabe in die Hand des Taubblinden getippt. Den Buchstaben sind bestimmte Punkte auf der Hand und auf den Fingern zugeordnet. Deren Verteilung richtet sich nach der Häufigkeit in der Sprache: Je öfter ein Buchstabe vorkommt, desto besser erreichbar ist er.

Neben dem Lormen gibt es weitere Tast-Systeme, mit denen sich Taubblinde unterhalten können: etwa das sogenannte Nießen, bei dem der Handrücken zum Einsatz kommt.

Menschen, die die Gebärdensprache beherrschen, weil sie zuerst taub waren und anschließend zusätzlich erblindeten, nutzen mitunter weiterhin diese Methode, in dem sie Gebärden mit ihren Händen abfühlen.

Themen in diesem Artikel