Tutanchamun Forscher klären Abstammung des Pharao


Wurde er ermordet? Litt er an einer schweren Erbkrankheit? Und wer waren eigentlich seine Eltern? Um den Pharao Tutanchamun ranken sich zahlreiche Legenden. Mithilfe von Gentests konnten Forscher nun einige der Rätsel lösen.

In einer zweijährigen Genstudie haben Forscher die Abstammung und Todesursache Tutanchamuns weitestgehend geklärt. Der legendäre ägyptische Pharao war tatsächlich der Sohn von Echnaton. Er starb wahrscheinlich mit 19 Jahren an Malaria in Kombination mit einer Knochenkrankheit, berichtete das Forscherteam aus Ägypten, Deutschland und Österreich in der US-Fachzeitschrift "Journal of the American Medical Association". Radiologische und genetische Tests hätten dies ergeben, sagt der Chef der ägyptischen Altertumsverwaltung, Zahi Hawass.

Ein Großteil der Forscher ging bereits davon aus, dass Echnaton der Vater von Tutanchamun war. Ob aber dessen Frau Nofretete auch seine Mutter war, ist umstritten. Die Analysen von insgesamt 16 Mumien enthüllten jetzt den Stammbaum des Herrschers über fünf Generationen. Dem Bericht zufolge haben die Mumien Tutanchamuns und Echnatons mehrere charakteristische Körpermerkmale und die Blutgruppe gemeinsam. Als Mutter identifizierten die Forscher die sogenannte "Jüngere Dame", deren Überreste ebenfalls im Tal der Könige entdeckt wurden. Bei dieser handelt es sich wohl nicht um Echnatons Hauptgemahlin Nofretete. Wer die Frau war, ist noch nicht eindeutig geklärt. Bei zwei mumifizierten Föten handelt es sich um Nachkommen Tutanchamuns.

Todesursache geklärt

Neben der Abstammung Tutanchamuns klärte die Studie auch die wahrscheinliche Todesursache. Dessen frühes Ableben nach nur neunjähriger Regentschaft um 1324 vor Christus nährte Gerüchte, der Herrscher habe an seltenen Erbkrankheiten gelitten oder sei möglicherweise sogar ermordet worden. Beides können Forscher jetzt ausschließen. Genetische, forensische und radiologische Untersuchungen deuten auf eine Verknüpfung zweier Probleme als wahrscheinliche Todesursache hin. "Eine unzureichende Blutzirkulation im Knochengewebe, die einen Teil der Knochen geschwächt oder zerstört hat, ist zusammen mit Malaria die wahrscheinlichste Ursache für den Tod von Tutanchamun", schreibt Hawass. "Diese Diagnose wird durch den Fund von Gehstöcken und einer Apotheke für das Jenseits in seinem Grab gestärkt."

Bei vier Familienmitgliedern, darunter auch Tutanchamun, brachten die Gentests Überreste des Parasiten "Plasmodium falciparum", der Malaria hervorruft, ans Licht. "Tutanchamun hat an der schwersten Form von Malaria, der Malaria tropica, gelitten", berichtet der Tübinger Humangenetiker Carsten Pusch. "Dies könnte zusammen mit der Knochennekrose zum Tod geführt haben." Gestützt wird dieser Verdacht durch im Grab gefundene Reste von fiebersenkenden und schmerzlindernden Arzneipflanzen.

AFP/APN

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