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TV-Reportage: So viel Gift steckt in unseren Turnschuhen

Bequem und günstig: das schätzen die meisten Menschen an Turnschuhen. Doch viele enthalten gefährliche Gifte. Ein Galileo-Reporter sucht nach den Ursachen - und entdeckt schockierende Zustände.

Von Lisa Däumler

Galileo-Reportage: Auf der Suche nach dem Gift im Turnschuh

Rund 10 Milliarden Euro geben die Deutschen jährlich für Schuhe aus. Die Produktion findet dabei meist in Ländern statt, in denen die großen Unternehmen billig produzieren können. Alleine China verkauft jedes Jahr 300 Millionen Paar Schuhe nach Deutschland. Doch immer wieder werden ganze Lieferungen nach Giftstoffkontrollen zurückgerufen. Aber woher stammen die Gifte? Um das herauszufinden, hat Galileo-Reporter Johannes Zenglein Schuhfabriken und Gerbereien in China und Indien besucht. Und war dabei nur selten willkommen.

Schon in der ersten chinesischen Schuhfabrik fällt dem Reporter ein beißender Geruch auf: "Das riecht nicht wirklich gesund. Das brennt in der Nase." Der Geruch stammt von einer pulverigen Chemikalie, die in der Fabrik verarbeitet wird. Was es mit dem Produkt auf sich hat? Das kann selbst der Hersteller Mr. Chang nicht genau sagen. Doch er sieht die Sache eher gelassen: "Zur Not haben wir ja noch eine Einlage im Schuh." Auch in der nächsten Fabrik stößt Zenglein auf beunruhigende Details. Zur Herstellung verschiedenfarbiger elastischer Fasern werden dort Chemikalien sowie Textilmüll und Weichmacher verwendet. Darunter Stoffe, die als hochgradig krebserregend bekannt sind. Verboten sind sie bisher aber nur in Lebensmitteln und Autoreifen.

Problemfall Gerberei

Galileo-Reporter Zenglein sucht weiter in Indien. Denn das Leder, aus dem die Schuhe hergestellt werden, ist ein weiteres problematisches Produkt - und ein Großteil stammt aus indischer Produktion. Etwa 90 Prozent der Kuhhäute werden dort durch chemische Gerbung bearbeitet. Dabei kann durch mehrere Faktoren, wie Wasserzugabe, Sauerstoffanteil oder hohe Temperaturen das hochgiftige Chrom VI entstehen. Auch hier ist Verharmlosung angesagt: "Du kannst genauso gut auch einen Unfall auf der Straße haben", antwortet Vishesh Goswami, Chef einer Ledergerberei, auf die Frage nach der Sicherheit seines Produktes.

Die Stiftung Ökotest findet immer wieder Chrom in Turnschuhen - obwohl der Stoff verboten ist. "Chrom ist ein Kontaktallergen und hochgradig krebserregend. Der Verbraucher trägt beim Schuhkauf immer das Risiko, dass er auch tatsächlich hochgradig Krebserregendes am Fuße trägt", warnt Jürgen Stellpflug, Chefredakteur der Zeitschrift Ökotest. Und es kann jeden treffen: Denn ob die Schuhe günstig oder teuer sind, ob es sich um einen Billig- oder Markenschuh handelt, ist egal. Gifte sind in allen Produkten zu finden. Und genau das wollen die meisten Hersteller nicht wahrhaben, weshalb die Dreharbeiten des Galileo-Teams immer wieder behindert werden. Selbst Drohungen sind dabei an der Tagesordnung.

Den vollständigen Bericht zeigt ProSieben heute um 19:05 Uhr.

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