"The Day After Tomorrow" Emmerichs Film sorgt für Wirbel in den USA


Der Katastrophenfilm "The Day After Tomorrow" des deutschen Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich hat in den USA eine kontroverse Debatte ausgelöst. Zumindest hat das Weiße Haus sein Interview-Verbot an NASA-Wissenschaftler zurückgenommen.

Der Katastrophenfilm "The Day After Tomorrow" des deutschen Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich hat in den USA eine kontroverse Debatte ausgelöst. Kritiker werfen dem Filmemacher nach Angaben der Zeitung "USA Today" vom Mittwoch die grenzenlose Übertreibung der Gefahr eines dramatischen Klimawandels sowie politisch motivierte Angriffe auf den US-Präsidenten und dessen Stellvertreter vor.

Al Gore verteidigt Emmerich

Dagegen verteidigte der frühe Vizepräsident Al Gore den Regisseur. Amerika müsse sich der Tatsache einer Klimakrise stellen. "Sie muss als eine wirkliche globale Notsituation gesehen werden." Er räumte ein, dass die Darstellung einer innerhalb weniger Tage aufziehenden Eiszeit mit katastrophalen Folgen für Millionen von Menschen eine künstlerische Übertreibung sei. Zuschauern des Films, der in den USA an diesem Freitag und damit einen Tag nach dem deutschen Kinostart anläuft, rät der Politiker und Umweltaktivist, "Fakten von Fiktionen zu trennen".

Demgegenüber warf das konservative Washingtoner Cato Institute Emmerich vor, einen reinen "Propagandafilm" in die Kinos zu bringen. Seine Angriffe gegen die Klimapolitik der US-Regierung lägen teils unter der Gürtellinie, erklärte der Umweltexperte des Instituts, Patrick Michaels. "Es gibt tausende Schauspieler, aber es wurde ausgerechnet einer ausgewählt, der wie Dick Cheney aussieht."

Weißes Haus erteilte NASA Interview-Verbot

Emmerich räumte gegenüber "USA Today" ein, dass er Bush und dessen Vize Cheney aufs Korn genommen habe. Allerdings würde der Film- Vizepräsident am Ende mehr Verständnis für Umweltfragen aufbringen. "Das ist vielleicht die einzige Science Fiction in dem Film", spottete Emmerich. Das Weiße Haus lehnte eine Stellungnahme ab. Allerdings nahm die US-Regierung inzwischen die Anordnung an Wissenschaftler der Weltraumbehörde NASA zurück, keine Interviews zu dem Streifen zu geben.

DPA


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker