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Arktis-Expedition, Teil 2: Botschaften aus der Tiefsee

Zwischen Spitzbergen und Grönland untersuchen die Wissenschaftler auf dem Forschungsschiff "Polarstern" das Leben in der Tiefsee. Um die Folgen des Klimawandels aufzuspüren, setzen sie Hightech ein - und einen Gartenzwerg. stern.de ist an Bord und berichtet diesmal über die Arbeit der Biologen.

Von Wolfgang Metzner, 78° 4' Nord, 4° 18' Ost

Die Spätvorstellung kommt heute aus 2361 Metern Tiefe. Schwarz-weiß, gespenstisch, wie ein Science-Fiction-Film. Auf zwei Bildschirmen im Windenleitstand zieht eine Mondlandschaft aus Schlick vorbei, über die Schatten von Quallen und Kraken huschen. Die "Polarstern" ist auf dem Weg nach Grönland, und die Biologen an Bord verfolgen gebannt die Bilder, die eine Unterwasserkamera mit Xenon-Leuchten und Laser-Pointern über ein Kabel vom Meeresboden schickt. Es ist 2.30 Uhr früh, aber draußen leuchtet eine fahle Sonne von einem grau schattierten Himmel, der wie ein Aquarell aussieht.

Das Flaggschiff des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) schiebt sich mit einem halben Knoten Geschwindigkeit durch schneebedeckte Eisschollen, auf denen hellblaue Schmelztümpel stehen. An der Heckwinde schleppt die "Polarstern" ein metallisches Ungetüm namens "Ofos": das "Ocean Floor Observation System" mit seinen Aufnahmegeräten, das mit zwei Metern Abstand über den Meeresboden schwebt. So können die Wissenschaftler im Drehstuhl einen Spaziergang in Tiefen machen, in die sonst nicht mal ein Lichtstrahl dringt.

Was sie dort entdecken, sieht für jemanden, der in tropischen Gewässern taucht, eher öde aus: kein Seegras, sondern Schlick mit Löchern, die von Würmern oder kleinsten Krebsen stammen. Keine üppigen Korallen, sondern Schwämme, die wie Skelette wirken. Mal huscht auf den Bildschirmen eine Aalmutter vorbei, mal die schemenhafte Kontur eines Seesterns, und wie eine fremde Galaxie gleiten dunkle und helle Flecken über den Bildschirm, die höchstens ahnen lassen, was dort lebt.

Ein sensibles Ökosystem

"Die Tiefsee ist weniger erforscht als die Rückseite des Mondes, obwohl sie bei weitem den größten Teil des Lebensraums auf unserem Planeten ausmacht", sagt Ingo Schewe, Meeresbiologe aus Bremerhaven, "in den 70er Jahren wollte man da noch strahlenden Atommüll reinkippen." Inzwischen weiß man, wie entscheidend die Stoffkreisläufe der Ozeane die Erde über Jahrmillionen geprägt haben. "Und gerade das Nordpolarmeer ist jetzt ein idealer Platz, die Folgen des Klimawandels zu studieren, weil er sich in diesem besonders sensiblen Ökosystem am meisten auswirken wird", sagt der 38-jährige Forscher, der mit der "Polarstern" mitten in seinem Laboratorium schwimmt: dem "Hausgarten" des AWI, der westlich von Spitzbergen liegt.

70 mal 110 Kilometer misst das Areal in der Framstraße, in das die Wissenschaftler aus Bremerhaven seit 1999 jährlich wiederkehren - das weltweit einzige Tiefseeobservatorium für Langzeitstudien in polaren Breiten. Natürlich beanspruchen sie dort nicht etwa Hoheitsrechte, aber als gute Deutsche haben sie immerhin gleich einen Gartenzwerg mitgebracht. Der stammt original aus der Heimat, wurde unter großem Hallo von einem ferngesteuerten Tauchroboter in 2500 Metern Tiefe abgestellt und steht jetzt dort im Schlick, 35 Zentimeter Ton mit Zipfel. Daneben wurden tunnelartige Kästen auf den Meeresboden abgesenkt, um zu beobachten, wie sich das Leben darunter ohne herabrieselnde Nährstoffe wandelt. Golfbälle liegen in der Strömung, um ihre Besetzung durch Mikro-Organismen zu studieren. Und als Köder wurde auch schon der Kadaver eines gestrandeten Schweinswals versenkt. "Der", sagt Schewe, "war ruckzuck zersetzt."

In den "Telefonzellen" sammelt sich Plankton

"Bei unseren Forschungen geht es uns darum, die Besiedelung in der Tiefsee zu bestimmen und Veränderungen der Biodiversität zu erkennen", sagt die Biologin Melanie Bergmann, 37. "Schon der Rückgang einer einzigen Art kann dramatische Folgen für ein Ökosystem haben, wenn sie eine Schlüsselfunktion besitzt." Sie steht mit Helm und Gummistiefeln am Heck und sammelt mit einer Pinzette Seegurken von einem Netz, das die "Polarstern" über den Grund gezogen und nach oben gehievt hat. Weiter vorn hat der Steuerbord-Kran schon große weiße Kästen aus dem Ozean geborgen, die von der Crew bloß "Telefonzellen" genannt werden: Sinkstoff-Fallen, die mit einem Trichter abgestorbenes Plankton aufgefangen haben, das auf dem Weg zum Meeresboden war.

Die winzigen Partikel sind die Basis allen Lebens im Meer, das sich besonders üppig an der Eiskante entwickelt. Die Theorie der Wissenschaftler: Mit dem Eisrückgang der vergangenen Jahre hat die Menge dieser Nahrung für die Tiefseebewohner drastisch abgenommen - und damit auch das Leben in den tieferen Etagen des Polarmeers. Genauer werden sie das erst wissen, wenn sie die Dia-Aufnahmen ausgewertet haben, die das "Ofos" auf seinen mehrstündigen Tauchfahrten alle 30 Sekunden schießt. Aber es gibt bereits Botschaften, die alarmierend sind.

Kassandra-Botschaften aus einer sterbenden Welt?

"Die Besiedelung des Meeresbodens ist zwischen 2002 und 2004 schon deutlich zurückgegangen, und es sind weniger große Lebewesen zu sehen, weil sie sich vielleicht nicht mehr fortpflanzen oder verhungern", sagt Melanie Bergmann, die auf ihrem Laptop die Fotos früherer Expeditionen gespeichert hat: einen Rochen, der Schlick aufwirbelt. Shrimps, die zwischen Seelilien hervorschauen. Seeigel, die eckige Spuren in das Sediment graben, die wie geheimnisvolle Hieroglyphen aussehen. Kassandra-Botschaften aus einer sterbenden Welt?

"Ja, es könnten ganze Systeme zusammenbrechen", sagt Ingo Schewe, der mit einem kleinen Spachtel graubraunen Schlamm aus dem "Molloy Hole" in 5500 Metern Tiefe in einen Glaskolben füllt, um die Aktivität der Bakterien mit dem Fluoreszenz-Spektrophotometer zu messen. Aber es bleibt abzuwarten, ob sich die Trends der vergangenen Jahre fortsetzen. Und auch das bis zu zwei Meter dicke Eis um das Schiff bedeutet nicht etwa, dass die weiße Kappe am Pol nicht in den nächsten Monaten noch weg schmelzen kann.

Kein Eismeer, sondern ein lauer Atlantik

"Wir machen erstmal nur Schnappschüsse hier, Momentaufnahmen", sagt Schewe, "die müssen wir dann zu Langzeitbeobachtungen zusammensetzen." Die Befürchtung der Biologen auf der "Polarstern": Das Puzzle aus "Ofos"-Fotos, die noch digital ausgewertet werden, aus Sediment- und Sauerstoffproben, aus Temperatur- und Strömungsmessungen könnte ergeben, dass das Polarmeer in Zukunft kein Eismeer ist. Sondern so etwas wie ein lauer Atlantik, in das der Golfstrom durch die Framstraße Unmengen von warmem Wasser spült.

"Dann haben wir zwar eisfreie Nordwest- und Nordost-Passagen, aber die Fische aus dem Atlantik, die hierher einwandern, werden die monatelange Polarnacht nicht überstehen", sagt Schewe, während er einen kleinen Seestern aus einer Sedimentprobe zieht, die sich wie nasser Lehm anfühlt. "Dort unten überlebt nur, wer an die extremen Bedingungen angepasst ist."

Mit welcher Macht die Natur in der Tiefsee herrscht, ahnt man, wenn man einen Schwimmkörper betrachtet, der aus 1500 Metern geborgen wurde. Ein Wrack: Die gelbe Kunststoffhülle ist aufgesprungen und so zerfetzt, als wäre sie in eine Müllpresse geraten. Die Glaskugel darin, die eine 22 Millimeter starke Wand hatte, ist unter dem enormen Wasserdruck implodiert. Was einmal groß wie ein Medizinball war, sind jetzt ein paar faustgroße, weiße Klumpen Quarzsand.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(