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Sensation im Aquarium: Selbst ist die Frau: Single-Hai bekommt Babys - ganz ohne Mann

Zebrahai Leonie lebt schon lange Zeit in einem australischen Aquarium - ohne männlichen Gefährten. Nach Jahren der Isolation brachte sie drei Babys auf die Welt. Wissenschaftler sind von der Selbstständigkeit der Hai-Dame fasziniert.

Zebrahai-Weibchen Leonie beschloss Babys zu bekommen - ganz ohne Mann (Symbolbild)

Zebrahai-Weibchen Leonie beschloss Babys zu bekommen - ganz ohne Mann (Symbolbild)

Wer braucht für sein Glück schon einen Mann? Eben, niemand. Das dachte sich wohl auch eine Hai-Dame im australischen Townsville - und brachte drei gesunde Babys auf die Welt, nachdem sie jahrelang in Isolation gelebt hatte. Die Hai-Frau hatte kurzerhand die Fähigkeit entwickelt, von selbst Nachwuchs zu bekommen.

Über die kuriose Fortpflanzung berichten Forscher im Fachblatt "Scientific Reports". Demnach lebte Leonie zunächst 13 Jahre lange Zeit mit ihrem Partner zusammen, bekam reichlich Nachwuchs und führte das Leben einer zufriedenen Hai-Mutter. Im Jahr 2012 wurde sie jedoch von ihrer Familie getrennt und musste fortan in einem eigenen Aquarium leben. Das gefiel ihr offenbar überhaupt nicht, und sie beschloss, nach Jahren der Einsamkeit erneut Nachwuchs zu bekommen. Im Jahr 2016 brachte sie drei Mini-Zebrahaie auf die Welt - vier Jahre nachdem sie zuletzt Kontakt zu einem männlichen Hai gehabt hatte.

Hai-Dame Leonie: Hatte sie Sperma gehortet?

Ein Forscherteam um Biomedizinerin Christine Dudgeon von der "University of Queensland" widmete sich dem mysteriösen Fall. Zunächst untersuchten sie die Möglichkeit, dass Leonie auf irgendeine Weise das Sperma ihres früheren Partners eingelagert und sich selbst damit befruchtet hatte. Doch Tests ergaben, dass der Nachwuchs lediglich die DNA der Mutter trug. Sie hatte sich also asexuell fortgepflanzt.

Nach Angabe des "New Scientist" können sich einige Tierarten sowohl sexuell, als auch asexuell fortpflanzen, darunter Haie, Komodowarane, Schlangen und Rochen. In der Regel tritt die asexuelle Fortpflanzung jedoch bei Weibchen auf, die noch nie zuvor Kontakt mit einem männlichen Partner hatten. Dass ein Weibchen von sexuelle auf asexuelle Fortpflanzung umsteige, sei "eher unüblich", berichtet der Fortpflanzungsexperte Russell Bonduriansky gegenüber dem "New Scientist".

Roman Fedortsov geht eine nette Mischung ins Netz.


Wie die ungewöhnliche Fortpflanzung gelingt? Weibliche Haie können ihre Eier durch eine spezielle Zelle befruchten, die sich Polkörper nennt. Er haftet an der Eizelle und besitzt einen einfachen Chromosomensatz. Die Verschmelzung der Zellen sei vor allem dann sinnvoll, wenn Männchen rar sind, erklärt Dudgeon dem "New Scientist". "Es könnte eine Art Warte-Mechanismus sein. Die Gene der Mutter werden von Weibchen zu Weibchen weitergereicht, bis wieder Männchen zur Fortpflanzung zur Verfügung stehen."

Aus Sicht der Biologie mag diese Art der Vermehrung zunächst nützlich erscheinen, ideal ist sie aber nicht. Denn sie führt langfristig zu extremer Inzucht. Dudgeon: "Die Strategie reduziert über Generationen die genetische Vielfalt und Anpassungsfähigkeit."

Bleibt zu hoffen, dass der Aquariumsbesitzer aus dem Schicksal der einsamen Hai-Dame gelernt hat - und ihr künftig wieder Herrenbesuche erlaubt.

ikr
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