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Neue US-Studie zur Lust der Frau Forscher: Das ist der Sinn hinter dem weiblichen Orgasmus

Ein junges Paar liegt im Bett.
Aus biologischer Sicht gibt der weibliche Orgasmus Rätsel auf: Welchen Zweck erfüllt er?
© KatarzynaBialasiewicz/iStockphoto
Männlicher Orgasmus gleich Samenerguss gleich Fortpflanzung. Doch welchen Sinn erfüllt eigentlich die weibliche Lust? Forscher scheinen der Lösung nun einen Schritt näher gekommen zu sein.

In der Biologie geht es nicht immer romantisch zu. Das Paradebeispiel dürfte wohl das Thema Sex sein. Er dient aus Sicht der Wissenschaft hauptsächlich einem Zweck – nämlich der Fortpflanzung. Der männliche Orgasmus spielt dabei eine wichtige Rolle: Er führt zur Ejakulation von Samen, die in die Gebärmutter der Frau schwimmen und dort die Eizelle befruchten. So kann neues Leben entstehen.

Der weibliche Orgasmus erscheint – wissenschaftlich betrachtet – dagegen verblüffend sinnlos. Schön mag er ja sein, allerdings ist für eine Befruchtung der Eizelle nicht immer und unbedingt ein Orgasmus nötig. Einige Frauen erleben ihn sogar selten bis nie. Erfüllt er also keinen Zweck? Nicht zwingend, glauben US-amerikanische Forscher um Mihaela Pavlicev und Günter Wagner von der Yale Universität in New Haven.

Im Fachblatt "Journal of Experimental Zoology – Molecular and Developmental Evolution" berichten sie über eine neue These zum weiblichen Orgasmus: Demnach könnte die Lust der Frau ein Relikt aus der Evolution sein. Denn die Hormone, die dabei ausgeschüttet werden, könnten sehr wohl eine entscheidende Rolle für die Befruchtung gespielt haben.

Ursprung des weiblichen Orgasmus

Bei bestimmten Säugetierarten werden beim Sex Hormone ausgeschüttet, die zum Eisprung führen. Das ist etwa der Fall bei Frettchen, Hasen und Katzen. Anders ist das bei Primaten und Menschen. Hier orientiert sich der Eisprung der Frau an einem gleichmäßigen Zyklus. Er findet folglich auch ohne das Zutun des Mannes statt. Der zyklische Eisprung hat sich aus evolutionsbiologischer Sicht später entwickelt als der, der durch Sex ausgelöst wird.

Da Primaten und Nager vor Jahrmillionen dieselben Vorfahren hatten, glauben die Forscher, dass der heutige weibliche Orgasmus ein Relikt des Sex-induzierten Eisprungs sein könnte. Demnach war er in der Vorzeit unabdingbar für die Befruchtung, hat mit der Entwicklung des weiblichen Zyklus allerdings seine Funktion verloren.

Orgasmus kann Chance auf Befruchtung erhöhen

Seit längerem diskutieren Forscher, ob der weibliche Orgasmus die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen könnte – ein Aspekt, der in der aktuellen Studie nicht berücksichtigt wurde. Denn der weibliche Klimax geht mit Muskelkontraktionen einher: Die Gebärmutter zieht sich zusammen und gleichzeitig senkt sich der Muttermund. Das könnte es dem männlichen Samen erleichtern, in die Gebärmutter zu wandern – was wiederum die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen könnte.

ikr

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