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Eisbärenbaby: Flocke heißt jetzt Flocke

Wie soll die kleine Eisbärin heißen? Rund 50.000 Zuschriften waren aus aller Welt in Nürnberg eingegangen. 40 Namen ließ die Stadt patentrechtlich prüfen. Jetzt fiel die Wahl: Das Tierbaby heißt nun auch offiziell Flocke.

Die Vorschläge kamen aus der ganzen Welt: Mehr als 50.000 E-Mails und Briefe erreichten nach Angaben der Stadt die Nürnberger Jury, die dem Eisbärenbaby einen Namen geben sollte. Die Jury entschied sich schließlich einstimmig für den Namen, den als erster der Tierpfleger Horst Maußner dem kleinen Eisbärenweibchen gegeben hatte. "Die Tierpfleger haben die engste Beziehung zu dem Tier", sagte Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD). Auch in vielen E-Mails und Zuschriften sei für den Namen plädiert worden. Zugleich laufen die Vorbereitungen für die Vermarktung auf Hochtouren. Die Marke "Eisbär Flocke" hat sich die Stadt bereits schützen lassen, und auch die neue Internet-Seite www.eisbaerflocke.nuernberg.de wurde freigeschaltet.

Maly sieht Flocke als "Botschafterin und Sympathieträgerin" für Nürnberg. Er versprach bei der Vermarktung werde die Stadt maßvoll vorgehen. Was das konkret bedeutet? Plüschtiere, Schlüsselanhänger, Taschen, Rucksäcke, Regenschirme, Tassen, Trinkflaschen, Bettwäsche, T-Shirts, Stifte, Mützen. Und wahrscheinlich auch Bilder, Kalender, CDs und DVDs. Ach ja: Ein eigenes Logo wird Flocke auch bekommen. Die Erlöse sollen dem Tiergarten zugutekommen.

Abstand vom Menschen zum Tier

Tiergartenchef Dag Encke freut sich über den Namen: "Es ist kein direkt menschlicher Name, und so kann man den Abstand vom Menschen zum Tier bewahren." Encke will das Interesse an der Eisbärin nutzen, um über die Gefährdung der Eisbären in freier Wildbahn aufzuklären: "Wir hoffen, dass aus Flocke ein Schneeball und eine Lawine wird im Kampf gegen den Klimawandel und ein Botschafter für nachhaltiges Wirtschaften und niedrigen Ressourcenverbrauch."

Ende März oder Anfang April könnte das Weibchen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden, kündigte Encke an - "wenn wir das Tier soweit auf die Beine bekommen, dass es die Außenanlagen erkunden kann". Unterdessen prüft ein Arbeitskreis, wie es mit Parkplätzen, Kassenhäuschen und Toilettenanlagen steht und ob hier Verbesserungen nötig sind, um dem zu erwartenden Besucheransturm Herr zu werden.

Das rund fünf Wochen alte Eisbärenweibchen wird im Zoo mit der Hand aufgezogen, seitdem es vor eineinhalb Wochen von seiner Mutter getrennt worden war. Noch erinnert die Kleine tatsächlich an eine Schneeflocke - ob sich der Name bewährt, wenn aus dem Baby ein über 100 Kilogramm schwerer Bär geworden ist, bleibt abzuwarten.

bub/DPA / DPA
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