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Juckende Kopfhaut: So werden Sie Schuppen wieder los

Zitronensaft, Joghurt oder Olivenöl - die angeblichen Hausmittel gegen Schuppen sind so zahlreich, wie die juckenden Flocken lästig sind. Wir zeigen Ihnen, was wirklich hilft.

Von Mirja Hammer

Schuppen sind meist harmlos und eher ein kosmetisches als ein medizinisches Problem. Doch wenn die Kopfhaut juckt und in Schneeflocken aufs schwarze Jackett rieselt, werden sie zur Last. Zunächst einmal: Jeder hat Schuppen, denn unsere Kopfhaut erneuert sich jeden Monat. Bei diesem so genannten Abschilferungsprozess werden alte, abgestorbene Zellen an die Oberfläche abtransportiert, wo sie verhornen. Normalerweise bemerkt man diesen Vorgang nicht, da die winzigen Zellen mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Doch eine Tendenz zu trockener oder fettiger Haut, Umwelteinflüsse und falsche Pflegeprodukte sorgen dafür, dass die Mikropartikel bei manchen von uns zu sichtbaren Schuppen werden.

Was die unschöne Kopfbedeckung begünstigt und was man gegen sie tun kann, hängt zunächst davon ab, ob es sich um fettige oder trockene Schuppen handelt.

Trockene Schuppen

Menschen mit trockener oder neurodermitischer Haut neigen zu feinen, spröden Schuppen, die aus den Haaren rieseln. Frauen sind häufiger von trockener Haut betroffen, vor allem in den Wintermonaten oder während der Wechseljahre. Trockene Schuppen in den Griff zu bekommen ist vor allem eine Frage der richtigen Haar- und Hautpflege. Auf was Sie achten müssen, lesen Sie hier.

Fettige Schuppen

Von fettigen Kopfschuppen spricht man, wenn gelbliche, ölige Flocken auftreten, die am Haaransatz kleben bleiben und in seltenen Fällen auch unangenehm riechen können. Grund dafür ist ein beschleunigter Abschilferungsprozess: Alte Hautzellen werden schneller abtransportiert, sodass die Zellen an der Hautoberfläche nicht vollständig verhornen und der Zellkitt die Schuppen auf der Kopfhaut zusammenkleben lässt. Betroffen seien Menschen mit einer generell erhöhter Talgproduktion. Auch punktuell, etwa während der Pubertät, könne es zu einer gesteigerten Fettproduktion kommen, sagt Desirée Hölscher, Ärztin am Dermatologikum in Hamburg. Das viele Fett begünstigt einen an sich harmlosen Pilz in der Kopfhaut (Malassezia furfur), der in jeder Bakterienflora vorhanden ist und sich bei erhöhter Nährstoffzufuhr stark vermehren kann. Er wandelt Fett in Fettsäuren um, die Mikroentzündungen und Juckreiz verursachen.

Angebliche helfen neben speziellen Shampoos auch Zitronensäure oder Joghurt, die Talgproduktion und das Pilzwachstum zu hemmen. Ob das stimmt und was wirklich hilft, lesen Sie hier.

Wenn Schuppen krankhaft sind

Nicht alle Schuppen sind harmlos. Wenn kein Mittel das Jucken lindert, die Haut verkrustet, schwillt oder gar Haare ausfallen, steckt vermutlich eine Erkrankung dahinter. Vor allem in der Sommerzeit könne man sich durch den Kontakt mit Katzen in südlichen Ländern eine Tiefenpilzinfektionen holen, warnt Hölscher. Diese müsse dringend mit Tabletten vom Arzt behandelt werden, ansonsten komme es zu Vernarbungen. Kreisrunder Haarausfall, Krustenbildung und Juckreiz sind typische Symptome dafür. Auch eine Schuppenflechte der Kopfhaut nennt Hölscher als mögliche Erkrankung bei Schuppenbefall. Sie zeichnet sich durch hartnäckigen Schuppenbefall der Kopfhaut und Rötung aus, manchmal ist sie mit einem Hautbefall an anderen Körperstellen assoziiert. Wer sich nicht sicher ist, ob es sich um eine Hauterkrankung handelt, die möglicherweise mit Kortison behandelt werden muss, sollte einen Arzt aufsuchen, rät die Dermatologin.

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