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Gehackte E-Mails: Untersuchungsbericht entlastet Klimawissenschaftler

Die Vorwürfe waren massiv: Hacker hatten im Vorfeld des UN-Klimagipfels interne Emails von Klimawissenschaftlern veröffentlicht und den Experten vorgeworfen, Daten verheimlicht und Beweise für den Klimawandel erfunden zu haben. Ein Untersuchungsbericht spricht die Forscher nun frei.

Der Wissenschaftsausschuss des britischen Unterhauses hat Klimaforscher vom Vorwurf der Datenmanipulation freigesprochen. Es gebe keinen Anhaltspunkt dafür, dass Wissenschaftler der Universität East Anglia Beweise für den von Menschen verursachten Klimawandel erfunden hätten, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Hacker hatten im November 2009 mehr als 1000 E-Mails von Forschern im Internet veröffentlicht, die von Klimaskeptikern als Beweis für umfangreiche Fälschungen und Übertreibungen gedeutet wurden.

Die gestohlenen E-Mails erweckten den Eindruck, die Wissenschaftler wollten die Prüfung ihrer Ergebnisse durch Kollegen aushebeln. Außerdem diskutieren die Forscher darin angeblich Wege, wie sie es verhindern könnten, dass ihre Daten öffentlich zugänglich gemacht werden. Besonderes Aufsehen erregte eine E-Mail, in der von einem "Trick" die Rede ist, mit dem "fallende Temperaturen verheimlicht" werden sollen.

Die Untersuchung verwirft die meisten Anschuldigungen und angeblichen Beweise, die kurz vor der Klimakonferenz in Kopenhagen all denjenigen Auftrieb gaben, die einen menschlichen Einfluss auf das Klima bestreiten. Manche sprachen gar von einem "Climategate" und versuchten, das Ansehen der gesamten Klimawissenschaft zu diskreditieren.

Klimawandel zweifellos vom Menschen verursacht

Eindeutig entlastet wird der Chef der Klimaforschungsabteilung an der East Anglia Universität, Phil Jones, der wegen der Vorwürfe sein Amt ruhen ließ. Allerdings hält der Bericht den Vorwurf aufrecht, dass die Wissenschaftler ihre Daten nicht mit anderen teilen wollten. Die Forscher hätten sich viele Probleme ersparen können, wenn sie ihre Daten öffentlich zugänglich gemacht hätten, heißt es. Zwar hätten die Forscher nach gängiger Praxis gehandelt, als sie sich weigerten, Rohdaten und Programmcodes öffentlich zu machen. Der Forschungsausschuss drängte die Wissenschaftler jedoch, künftig auch Rohdaten in regelmäßigeren Abständen bereitzustellen, um Kontroversen wie in der Vergangenheit zu verhindern. Für Zweifel an dem wissenschaftlichen Konsens, dass die Erderwärmung von menschlichem Handeln verursacht wird, gebe es aufgrund der Daten keinen Anlass, heißt es in dem Ausschuss-Bericht.

Die Untersuchung der Parlamentarier ist nur eine von dreien, die nach dem Skandal angestoßen wurden. Die zweite wird von einem ehemaligen Regierungsbeamten geleitet, die dritte erfolgt unter der Führung hochrangiger Wissenschaftler. Beide Untersuchungen wollen sich noch ausführlicher mit den Details der Vorwürfe beschäftigen als die Parlamentarier, die noch vor der in wenigen Wochen anstehenden britischen Unterhauswahl zu einem Ergebnis kommen wollten.

AFP/APN
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