Görlitz Neuer Fall von Vogelgrippe


In Deutschland ist die Vogelgrippe zurück: Bei einer Ente in einem Geflügelhof in Sachsen wurde das Virus H5N1 nachgewiesen. Derzeit untersuchen Wissenschaftler, ob es sich um eine besonders gefährliche Variante handelt. 1400 Tiere wurden vorsorglich getötet.

In Deutschland gibt es erstmals seit Monaten wieder einen Vogelgrippefall: Im Landkreis Görlitz sei in einem Nutzgeflügelbestand bei einer Ente der Subtyp H5N1 nachgewiesen worden, teilte das sächsische Sozialministerium am Donnerstag mit. Die Farm im Landkreis Görlitz wurde abgesperrt, 1400 Tiere vorsorglich getötet, darunter 700 Gänse.

"Derzeit wird untersucht, ob es sich um die hochansteckende H5N1-Variante handelt", sagte Ministeriumssprecher Ralph Schreiber. Die Proben würden vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Ostseeinsel Riems analysiert.

Das Virus sei bei einer Routineuntersuchung festgestellt worden, sagte der Sprecher. Die infizierte Ente habe keine Krankheitssymptome gezeigt. Es seien zusätzliche 150 Proben genommen worden, um zu sehen, ob sich das Virus in dem Bestand bereits verbreitet.

Wissenschaftler befürchten eine Mutation des Virus

Zuletzt trat die Vogelgrippe im vergangenen Dezember bei einem privaten Hühnerhalter im Land Brandenburg auf. Außerdem wurde das Virus vergangenes Jahr bei sieben Wildvögeln festgestellt.

Vogelgrippe wird von dem Virus H5N1 ausgelöst. Dieser Keim gehört zur Gruppe der Grippeviren, genauer: zu den Influenza-A-Viren. Wissenschaftler befürchten, dass das aggressive H5N1-Virus mutieren und dann auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Dies könnte zu einem massenhaften Ausbruch der Krankheit führen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich bereits etwa 390 Menschen infiziert, für 245 endete das tödlich. Sie hatten sich an Tieren angesteckt. In Deutschland wurde noch kein Fall gemeldet.

nis/Reuters/AP AP Reuters

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