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Infektionen: China testet erstmals Sars-Impfstoff

Erstmals ist in China ein Impfstoff gegen die lebensgefährliche Lungenkrankheit Sars an Menschen getestet worden. Zunächst unterziehen sich vier Freiwillige in einem Pekinger Krankenhaus den Experimenten.

Erstmals ist in China ein Impfstoff gegen die lebensgefährliche Lungenkrankheit Sars an Menschen getestet worden. Nach chinesischen Medienberichten unterziehen sich zunächst vier Freiwillige in einem Pekinger Krankenhaus den Experimenten. Der Impfstoff war bereits in umfänglichen Tierversuchen getestet worden, berichtete am Sonntag der Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Roy Wadia, in Peking. Die Entwicklung eines Impfstoffes werde aber "eine ziemlich lange Zeit dauern", selbst wenn alles reibungslos laufe. Normalerweise dauere es dann ein bis zwei Jahre. Die WHO sei nicht überrascht von der Nachricht, aber besorgt über die Sicherheit.

Letzte Patientin aus Spezialklinik verlegt

Knapp zwei Monate nach dem neuen, begrenzten Sars-Ausbruch in China Ende März wurde die letzte Patientin mit der Lungenseuche aus einem Pekinger Spezialkrankenhaus entlassen. Die 49-Jährige wurde in eine andere Klinik verlegt, wo sie wegen Krankheiten, unter denen sie schon vor der Sars-Infektion gelitten hat, weiterbehandelt wird, wie staatliche Medien berichteten. Neun Menschen in Peking und der Ostprovinz Anhui hatten sich infiziert. Eine Frau war gestorben. Sie war die erste Tote seit dem Ende der Epidemie.

Die entlassene 49-Jährige frühere Ärztin hatte sich im Krankenhaus bei einer Schwester angesteckt, die sich wiederum bei einer Medizinstudentin infiziert hatte, bevor der neue Sars-Ausbruch erkannt worden war. Die Studentin hatte im Nationalen Virusinstitut in Peking gearbeitet, wo Experimente mit Sars-Coronaviren vorgenommen werden. Der WHO-Sprecher meinte, vieles deute auf das Labor hin, aber möglicherweise werde die Ursache der Infektion nie geklärt werden können, obwohl Experten der chinesischen Gesundheitsbehörden und der WHO das Labor untersucht hatten.

Bisher allein in China rund 350 Tote

Die Lungenkrankheit war Ende 2002 erstmals in Südchina in Erscheinung getreten und hatte sich von dort in 28 Länder verbreitet. Nach WHO-Angaben waren damals 8.098 Menschen an Sars erkrankt und 774 gestorben. Der Ausbruch der Krankheit und die Quarantänemaßnahmen hatten vor einem Jahr das öffentliche Leben in China, wo allein 349 Menschen ums Leben kamen, weitgehend lahm gelegt. Die Hauptstadt war damals besonders schwer betroffen.

DPA