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jagd auf Meeressäuger: Japan tötet 333 Zwergwale - und wird international scharf kritisiert

Trotzig verteidigen die Walfänger ihre Aktivitäten. Hunderte Wale wurden in den vergangenen Monaten von japanischen Jägern getötet. Während die Jagd für Japan zu Ende geht, startet die Saison in Norwegen gerade erst.

Nisshin Maru Walfang

Die "Nisshin Maru", das Hauptschiff der japanischen Wahlfangflotte, auf der Jagd nach Walen

Ungeachtet internationaler Proteste haben Japans Walfänger in der Antarktis wieder hunderte Wale getötet. Das Mutterschiff "Nisshin Maru" und zwei weitere Schiffe kehrten am Freitag in den Heimathafen der südwestlichen Walfängerstadt Shimonoseki zurück, nachdem die Jäger wie geplant 333 Zwergwale harpuniert hatten - offiziell zu "wissenschaftlichen Zwecken". 

Die Vize-Präsidentin der Tierschutzorganisation Humane Society International, Kitty Block, kritisierte die Waljagd, "bei der diese wundervollen Tiere unnötigerweise geopfert werden". "Es ist eine obszöne Grausamkeit im Namen der Wissenschaft, die enden muss", erklärte sie. Die Walschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) erklärte in München, es seien 178 weibliche und 155 männliche Zwergwale getötet worden. Die Organisation erinnerte daran, dass die Europäische Union im Januar in einem offiziellen Brief ihre Sorge über Japans Walfang ausgedrückt habe.

Norwegen baut Waljagd systematisch aus

In Norwegen startet die Walfangsaison dieser Tage - Tierschützer kritisierten die erhöhte norwegische Quote für den Fang von Zwergwalen. Laut zuständigem Ministeriums dürfen in diesem Jahr 999 Tiere gefangen werden - im vergangenen Jahr lag die Quote bei 880 Zwergwalen. "In den letzten zwei Jahrzehnten hat Norwegen seine Waljagd systematisch ausgebaut", kritisierte Sandra Altherr von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife.


Die kommerzielle Jagd auf Großwale ist seit 1986 verboten. Norwegen hatte gegen das Moratorium Einspruch erhoben. Die Regierung in Tokio hingegen beruft sich auf eine Ausnahmeregelung, der zufolge Wale zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. In den vergangenen mehr als 25 Jahren haben Japans Waljäger mehr als 10.000 Großwale in den antarktischen Gewässern getötet. 

Nachfrage nach Walfleisch rückläufig

Norwegen exportiert seit Jahren einen Teil des erbeuteten Walfleischs nach Japan. Die Norweger selbst verspeisten immer weniger davon, die Nachfrage sei trotz staatlicher Subventionen rückläufig, heißt es von Tierschutzorganisationen. Sie sehen in Norwegen inzwischen die größte Walfangnation der Welt - noch vor Island und Japan. 

Auch Japans stures Festhalten an der Jagd auf Wale sorgt weltweit immer wieder für Proteste. Dort betonen Befürworter, der Walfang sei Kern der japanischen Kultur. Allerdings macht sich die große Mehrheit der Japaner gar nichts aus Walfleisch, mancherorts häufen sich auf Eis gelegte Lagerbestände.

amt / DPA / AFP
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?