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Weltklimagipfel in Paris: Erster Entwurf für Klimaabkommen vorgelegt

Die Basis ist geschaffen: Auf der Pariser UN-Weltklimakonferenz haben sich die Unterhändler auf eine Verhandlungsgrundlage geeinigt. Doch zentrale Fragen sind noch offen.

Aktivisten für den Klimaschutz protestieren anlässlich des Klimagipfels in Paris in Frankfurt am Main

Aktivisten für den Klimaschutz protestieren anlässlich des Klimagipfels in Paris in Frankfurt am Main

Auf der UN-Klimakonferenz haben sich die Unterhändler der 195 Länder auf einen ersten Entwurf für ein weltweites Klimaabkommen geeinigt. Der Vertragsentwurf, der immer noch zahlreiche umstrittene Formulierungen enthält, wurde in Le Bourget bei Paris vorgelegt. Damit gebe es nun eine "neue Grundlage" für die zweite Verhandlungswoche, die von "allen akzeptiert" werde, sagte Frankreichs Unterhändlerin Laurence Tubiana vor den Delegierten.

Das Ziel ist, bis Freitag kommender Woche ein weltweites Klimaschutzabkommen zu beschließen, um die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Über den Vertragsentwurf war zunächst auf Expertenebene verhandelt worden. Ab Montag sollen die Umweltminister die noch strittigen Fragen klären.

Konfliktpunkt: Finanzhilfen für Entwicklungsländer

Umstritten sind nach wie vor finanzielle Fragen wie die Beteiligung der Industrieländer an klimabedingten Schäden und Klimaschutzmaßnahmen in den Entwicklungsländern. Gestritten wird auch über den Überprüfungsprozess für die von den einzelnen Staaten vorgelegten Angebote zur Emissionsminderung. Diese reichen bisher ohnehin nicht aus, um die Erderwärmung wie angestrebt auf zwei Grad zu begrenzen.

Um den Verhandlungen zusätzlichen Schwung zu geben, reisten auch weitere Prominente nach Paris. Nachdem am Freitag bereits Oscar-Preisträger Robert Redford und Schauspieler Leonardo di Caprio an einem Bürgermeistertreffen im Pariser Rathaus teilgenommen hatten, wird am Samstag unter anderem Hollywood-Star Sean Penn erwartet. Er will sich bei der Klimakonferenz zum Schutz der Wälder äußern.

Insgesamt wollen sich bei einem sogenannten Aktionstag rund 50 Prominente für den Klimaschutz stark machen, darunter auch der US-Milliardär Michael Bloomberg und der chinesische Internet-Tycoon Jack Ma. Frankreichs Präsident François Hollande empfängt zudem den früheren US-Vize-Präsidenten Al Gore, der 2007 zusammen mit dem Weltklimarat den Friedensnobelpreis erhalten hatte.

DPA/AFP/lea