Klimawandel Temperaturanstieg kann Massensterben auslösen

Die Sonne strahlt am tiefblauen Himmel. Sollte die globale Durchschnittstemperatur ansteigen, hätte dies fatale Folgen für die Artenvielfalt
Die Sonne strahlt am tiefblauen Himmel. Sollte die globale Durchschnittstemperatur ansteigen, hätte dies fatale Folgen für die Artenvielfalt
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Wird es auf der Erde zu warm, hat dies fatale Folgen für die Tierwelt. Ganze Arten können aussterben, wie Forscher jetzt bei einer statistischen Auswertung der vergangenen 520 Millionen Jahre belegt haben. Gleichzeitig warnen sie, dass ein Massensterben auch in der nahen Zukunft nicht auszuschließen sei.

Die globale Durchschnittstemperatur steht in direktem Zusammenhang mit der Artenvielfalt auf der Erde: Die Untersuchung von Fossilien hat belegt, dass Perioden einer globalen Erwärmung in der Naturgeschichte stets mit einem massenhaften Artentod verbunden waren. "Je höher die Temperaturen, desto größer das Ausmaß der Ausrottung", sagte der britische Ökologe Peter Mayhew zu der von ihm mitverfassten Studie, deren Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" veröffenlicht wurden.

Statistische Auswertung von 530 Millionen Jahren Erdgeschichte

Den Zusammenhang zwischen Temperaturen und der Artenvielfalt haben die Forscher herausgefunden, als sie eine umfangreiche Vergleichsanalyse von Temperaturen und Artenvielfalt in den vergangenen 520 Millionen Jahren unternahmen. Dieser Phanerozoikum genannte Zeitraum ist durch eine große Vielfalt an Fossilien dokumentiert. An seinem Beginn steht die sogenannte Kambrische Explosion des Lebens, während der sehr viele neue Arten extrem schnell entstanden. Die Daten aus dieser Periode - etwa die Entstehungs- und Aussterberaten und die Lebensperioden von Arten und Gattungen - setzten die Forscher dann mit in anderen Studien berechneten Temperaturwerten in Beziehung. Dass das Leben von der Kambrischen Explosion bis heute grundlegend komplexer geworden ist, rechneten die Wissenschaftler aus ihren Daten heraus. So konnten sie bestimmen, wie weitere Faktoren wie etwa die Temperatur die Biodiversität prägen. Die Auswertung ergab, dass die fünf großen Massensterben der vergangenen 500 Millionen Jahre auch immer mit hohen Temperaturen einhergingen.

Massensterben auch in naher Zukunft möglich

Auch für die nahe Zukunft seien weitere Massensterben nicht auszuschließen, schreiben die Forscher um Peter Mayhew. Wenn die Menschen der Erde weiterhin durch Treibhausgasemission einheizen, bedrohe dies die Artenvielfalt, mahnen sie. Gleichzeitig lenken sie aber ein, dass viele die Biodiversität bestimmende Mechanismen noch unbekannt seien. Ferner sei es schwierig, aus der statistischen Analyse von Langzeittrends auf kurz bevorstehende Ereignisse zu schließen. Dennoch: Die fortschreitende Erderwärmung werde sich negativ auf die Artenvielfalt auswirken, schreiben die Forscher. Sie halten es auch für möglich, dass ein weiteres Massensterben bevorstehen könnte.

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