KREIDEZEIT Neue Erkenntnisse durch Fossilfund


Chinesische Forscher haben herausgefunden, dass schon Urvögel der Kreidezeit Pflanzensamen fraßen. Das gefundene Fossil weist Ähnlichkeit mit dem ältesten bekannten Urvogel Archaeopteryx auf.

Ein rund 120 Millionen Jahre altes Fossil aus China belegt erstmals, dass bereits die ursprünglichen Vögel der frühen Kreidezeit Pflanzensamen fraßen. Die von den Forschern Zhonghe Zhou und Fucheng Zhang entdeckte Versteinerung offenbart mehr als 50 gut erhaltene Samen, die der Vogel zum Zeitpunkt seines Todes im Magen hatte. Die Paläontologen der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking berichten im britischen Fachmagazin »Nature« über ihren Fund aus der nordchinesischen Jiufotang-Formation. Das Tier, das auf Grund seiner anatomischen Merkmale noch als sehr ursprünglich betrachtet wird, wurde auf den Namen Jeholornis prima getauft.

Verwandt mit ältestem Urvogel

Der klar zu erkennende lange Schwanz sowie die noch im Unterkiefer befindlichen drei Zähne weisen auf eine nahe Verwandtschaft zum Archaeopteryx hin, dem bislang ältesten bekannten Urvogel. Dagegen lassen andere Merkmale des Skeletts jedoch vermuten, dass Jeholornis - anders als der flugunfähige aber ältere Archaeopteryx - bereits eine gut entwickelte Flugmuskulatur besaß.

Herkunft unbekannt

Die versteinerten Samen, die zum Teil unbekannter Herkunft sind, konnte in einem derart guten Zustand überdauern, da sie von dem Urvogel im Ganzen geschluckt wurden, um sie dann mit einem kräftigen Muskelmagen zu zerkleinern. Die große Zahl weist zudem auf einen großen Kropf hin.

Aufenthalt am Waldboden wahrscheinlich

Ob Jeholornis das Saatgut allerdings unmittelbar in den Baumkronen »erntete« oder sie vom Erdboden aufklaubte, dieses Rätsel bleibt für die chinesischen Forscher weiterhin offen. Auf Grund der stark ausgebildeten Beine und Zehen ist ein zumindest zeitweiliger Aufenthalt am Waldboden - im Gegensatz zu den permanent in den Bäumen lebenden Arten Archaeopteryx sowie Confuciusornis - nicht auszuschließen.

Neue Theorie

Erst am Dienstag hatten chinesische Forscher eine taubengroße Dinosaurierart vorgestellt, aus der sich die heutigen Vögeln entwickelt haben könnten. Nach Auskunft des Paläontologen Ji Quiang von der Chinesischen Akademie für Geologische Forschung geschah der Evolutions-Schritt vom Dinosaurier zum Vogel womöglich auf zwei parallelen Wegen: Über den Urvogel Archaeopteryx und über den von ihm präsentierten Shenzhouraptor sinensis. Letzterer konnte weder klettern noch nach Ästen greifen konnte. Um sich tatsächlich in die Lüfte zu erheben, musste er vielmehr einen langen Anlauf nehmen. Damit würde jedoch eine neue Theorie zur Eroberung der Lüfte direkt vom Boden - statt wie bei Archaeopteryx durch Gleiten vom Baum - begründet.


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