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Mäuse-Studie: Fruchtbare Spermien im Labor gezüchtet

Hoffnung bei Unfruchtbarkeit: Japanischen Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, bei Säugetieren funktionierende Spermien aus Hodengewebe zu gewinnen. Mäuse, die damit befruchtet wurden, brachten Nachwuchs zur Welt.

Durch die Entwicklung von Spermien aus ihren Ursprungszellen hoffen Forscher, eines Tages auch Unfruchtbarkeit bei Männern behandeln zu können. Doch der Vorgang ist hochkomplex und ist bislang nur bei Fischen gelungen. Nun haben japanische Forscher Spermien aus Hodengewebe von Mäusen im Labor gewonnen. Nach künstlicher Befruchtung mit diesen Spermien brachten Mäuseweibchen Nachkommen auf die Welt.

Takuya Sato und Takehiko Ogawa von der Universität von Yokohama stellen ihre Arbeit im britischen Fachjournal "Nature"

Zwölf Mal Mäuse-Nachwuchs

Die Wissenschaftler entnahmen den Mäusen das Hodengewebe 7,5 bis 10,5 Tage nach ihrer Geburt. Danach versetzten sie es mit einer Reihe von Stoffen und Flüssigkeiten. So sollten aus Spermatogonien, einem frühen Stadium der Spermienentwicklung, Spermatozyten und Spermien entstehen. Weil die Differenzierung der männlichen Keimzellen bei Mäusen bereits im Alter von sieben Tagen beginne, könne es durchaus sein, dass teilweise schon Spermatozyten im Gewebe vorhanden waren, schränken Sato und Ogawa ein.

In einem Experiment konnte die Spermienbildung jedoch auch 60 Tage nach Beginn der Züchtung nachgewiesen werden. Es seien zwei verschiedene Methoden mit insgesamt 58 Eizellen angewendet worden, um Mäuse künstlich zu befruchten. Zwölf Mäusebabys - weibliche und männliche - kamen den Angaben zufolge auf die Welt.

Für die Kultivierung des Hodengewebes nutzten die Forscher ein Kulturmedium, das normalerweise Stammzellen in einem Stadium hält, in dem sie sich nicht zu Nachfolgezellen weiter entwickeln. Der Erfolg mit diesem Medium sei daher gegen die Erwartungen gewesen, schreibt unter anderem Shahin Rafii vom Weill Cornell Medical College in New York in einem Begleitartikel. Nun müsse unter anderem überprüft werden, ob die so entstandenen Nachkommen nicht nur fruchtbar, sondern auch insgesamt gesund seien.

DPA/lea / DPA
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