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Meeressäuger: Warnsystem soll Wale retten

Die Wale im Mittelmeer sollen durch eine neue Technik besser geschützt werden: Mit Hilfe des geplanten Warnsystems sollen tödliche Zusammenstöße der Meeressäuger mit Schiffen in Zukunft verhindert werden. Einziges Problem daran: die Kosten.

Experten aus Italien und Frankreich wollen mit einem neuartigen System den Walen im Mittelmeer helfen: Mit Hilfe von hoch technisierten Instrumenten, darunter ein mit Sonnenenergie betriebenes Flugzeug und mit Sensoren ausgestattete Bojen, sollen tödliche Zusammenstöße der Meeressäuger mit Schiffen verhindert werden.

Ein Forscherteam der Universitäten Genua, Turin und Montpellier will mit dieser Methode künftig genau bestimmen, wo sich Wale und Delfine befinden und welche Routen sie einschlagen. Die Informationen sollen dann sowohl an die Küstenwacht als auch an Reedereien geschickt werden, um Kollisionen zu vermeiden, berichtete die Zeitung "La Stampa".

Erkundungsflug in 18 Kilometern Höhe

Das futuristische Flugzeug zur Datenübertragung, das in 18 Kilometern Höhe das Walschutzgebiet vor der Küste Liguriens überwachen soll, werde voraussichtlich 1,5 Millionen Euro kosten, hieß es. Die Experten hoffen, dass sich die Europäische Union an der Finanzierung beteiligen wird.

Das erste Walschutzgebiet des Mittelmeers befindet sich zwischen Ligurien, Korsika und der Provence. Hier leben unter anderem Pott- und Schnabelwale, Streifendelfine sowie das mit einer Länge von über 24 Metern zweitgrößte Lebewesen auf der Erde, der Finnwal.

Das Gebiet, das alljährlich von 2000 Fähren und 1500 Frachtschiffen sowie 300 Tankern befahren wird, ist 87.000 Quadratkilometer groß. Immer wieder kommen bei plötzlichen Kollisionen zahlreiche unter Schutz stehende Meeressäuger ums Leben. Andere verlieren durch die akustische Verschmutzung des Meeres die Orientierung und verenden an Stränden.

DPA / DPA