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Neuseeländischer Papagei: Das Comeback des Kakapo

Er sieht aus wie eine Kreuzung aus Wellensittich und Eule, ist nachtaktiv und ein flugunfähiges Schwergewicht: der Kakapo. Leider steht es schlecht um den kuriosen Papagei. Nur noch 85 Exemplare lebten auf Inseln vor Neuseeland. Jetzt schlüpften sieben Küken, denen die Neuseeländer schon liebevolle Kosenamen gaben.

Eine der seltensten Papageiarten der Welt hat in den vergangenen Wochen eine wahre Bevölkerungsexplosion erlebt: Auf der Codfish-Insel südlich von Neuseeland sind sieben Kakapo-Küken geschlüpft. Damit wuchs die Population um mehr als acht Prozent: auf ganze 92 Exemplare. Die Neuseeländer sind aus dem Häuschen, und verfolgen den Werdegang der sieben Mini-Papageien mit großem Interesse. "Der Einsatz der vielen Freiwilligen zeigt, wie viel Wert die Neuseeländer auf ihr Naturerbe legen", sagt die begeisterte Umweltministerin Steve Chadwick.

Umweltschützer haben sich in den vergangenen Wochen die Nächte um die Ohren geschlagen, um die Nester der Bodenbrüter zu beschützen. Der flugunfähige Kakapo ist nachtaktiv, und deshalb in der Dunkelheit auf Nahrungssuche. Die Helfer bedeckten die Eier oft behutsam mit Warmhaltern, um die nicht geborenen Küken zu schützen.

Die Kakapo sind so selten, dass in Neuseeland jeder einzelne mit Namen bekannt ist. Die sieben Küken haben erstmal Spitznamen, wie "Weheruatanga-o-te-po", was Mitternacht heißt, oder "Toitoiiti" (Winzling), der mit einem Fliegengewicht von 18,83 Gramm schlüpfte. Ein Gentest der Blutgefäße der Eier zeigt, dass mindestens zwei der Küken Weibchen sind.

Wie eine Kreuzung aus Eule und Wellensittich

Die Vögel sehen ein bisschen wie eine Kreuzung aus Eule und Wellensittich aus. Männchen wiegen allerdings bis zu 2,2 Kilogramm, was sie zu den schwersten Papageien der Welt macht. Sie sind auch die einzige Papageienart, die nicht fliegen kann.

Die Küken erhielten gleich nach dem Schlüpfen VIP-Status. Sie wurden in dieser Woche in eine Vogelzuchtstation nach Nelson gebracht, wo sie wie 20 Artgenossen vor ihnen von Hand aufgepäppelt werden sollen, bis sie robust genug für die Rückkehr in die Natur sind. Die Kakapo ernähren ihre Kleinen mit reifen Beeren des Rimu-Baumes, doch sind die Früchte in diesem auf der Südhalbkugel gerade zu Ende gehenden Sommer nicht herangereift.

Eine der ältesten Vogelarten der Welt

Mit der Fortpflanzung lassen sich die Vögel Zeit. Die Männchen werden erst mit fünf Jahren geschlechtsreif, die Weibchen, dachte man bislang, mit neun. Und dann legen sie nur alle zwei bis vier Jahre Eier. In diesem Jahr haben sich allerdings erstmals nachweislich zwei sechsjährige Kakapo-Weibchen ans Brüten gemacht. Dass aus jedem der sieben Eier Küken schlüpften, gilt als ungemeines Glück. Zuletzt schlüpften auf Codfish vor drei Jahren vier Küken. Rekordjahr war 2002 mit 24 Küken.

Die einst in Neuseeland weit verbreiteten Kakapo gehören wahrscheinlich zu den ältesten Vogelarten der Welt. Sie hörten auf zu fliegen, weil es im paradiesischen Neuseeland keine Raubtiere gab, die ihnen gefährlich werden konnten. Das hörte mit der Ankunft der weißen Siedler auf. Für Katzen und Ratten waren die Papageien und ihre Nester leichte Beute. Die Vögel galten längst als ausgestorben, als 1976 eine winzige Gruppe auf der Stewart-Insel entdeckt wurde. Damals startete die Regierung das Brutprogramm.

Von David Barber und Christiane Oelrich/DPA / DPA
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