HOME

Paarungsverhalten von Kröten: Aufgeblasene Weibchen

Ist ihnen ein Partner zu klein, haben Riesenkröten-Weibchen einen perfiden Trick auf Lager. Sie blasen sich so kräftig auf, dass der Geschlechtspartner in spe ins Rutschen kommt und von einem Nebenbuhler abgelöst wird.

Riesenkröten-Weibchen können sich kräftig aufblasen, um sich zu kleine Männchen vom Leib zu halten. Ungeliebte Partner, die sich zur Befruchtung auf ihrem Rücken festklammern, können sie abschütteln, indem sie Körpersäcke mit Luft füllen, berichteten australische Forscher am Mittwoch im Wissenschaftsblatt "British Journal Biology Letters". Damit könnten die Weibchen Geschlechtspartner auswählen. Dies sei ein Vorteil, da der Befruchtungsvorgang bei ungefähr gleichgroßen Kröten regelmäßig auch am erfolgreichsten sei. Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Möglichkeit auch bei anderen Kröten- und Froscharten verbreitet sein könnte.

Der Forscher Benjamin Phillips von der Universität Sydney und zwei Kollegen hatten sich ursprünglich mit dem Aufblasen der in Australien weit verbreiteten Riesenkröten (Bufo marinus) beschäftigt, wenn diese von Feinden bedroht werden. Dabei bemerkten sie, dass die Weibchen sich auch in Paarungszeiten größer machen. Indem sie ein totes Krötenweibchen mit einer Pumpe aufbliesen, fanden sie zunächst heraus, wie stark sie sich vergrößern können. Später stimulierten sie Männchen mit Sexualhormonen, so dass sich diese auch mit toten Artgenossinnen paaren wollten. Dabei maßen die Forscher, bei welchem Druck die Männchen ihren Klammergriff lösen mussten.

Anschließend simulierten die Forscher die Besiedelungsdichte, indem sie je ein lebendes Krötenweibchen mit drei Männchen zusammensetzten. Sie erlaubten jedoch zunächst nur dem kleinsten Männchen, das Weibchen zu umklammern. Die anderen Männchen versuchten, den kleineren Konkurrenten zu verdrängen, was ihnen in vier von sieben Versuchen auch gelang. In einer zweiten Versuchsreihe schnitten die Wissenschaftler Löcher in die Luftsäcke von lebenden Krötenweibchen, so dass diese sich nicht mehr aufpumpen konnten. Dadurch wurde ein entscheidender Unterschied deutlich: Kein einziger Verdrängungsversuch durch die größeren Männchen führte zum Erfolg. Für die Forscher ist damit belegt, dass es sich beim aufgeblasenen Verhalten der Weibchen um eine passive Art der Partnerwahl handelt.

AFP/DDP
Themen in diesem Artikel