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"Jungfrauengeburt" Eine Anakonda bekommt Nachwuchs – dabei hatte sie nie Kontakt zu einem Männchen

Eine Anakonda vermehrte sich, ohne je ein Männchen getroffen zu haben
Eine Anakonda vermehrte sich, ohne je ein Männchen getroffen zu haben (Symbolbild)
© Andrea Warnecke / Picture Alliance
Die Tierpfleger eines Bostoner Aquariums waren sehr überrascht: Eine Grüne Anakonda hatte sich vermehrt, obwohl sie in acht Jahren nie einem Männchen begegnet war. Es ist allerdings nicht der erste Fall dieser Art.

Die Tierpfleger eines Aquariums in Boston staunten nicht schlecht, als sie eines Morgens die Grünen Anacondas fütterten und deren Terrarium säuberten: Eines der Tiere, eine acht Jahre alte Schlange namens Anna, die in der Obhut des New England Aquariums lebte, hatte Nachwuchs bekommen. Das wäre nicht weiter verwunderlich gewesen – wenn die Schlange nicht in diesen acht Jahren ausschließlich mit anderen Weibchen ihr Terrarium geteilt hätte. Und die Pfleger echte Profis sind, denen da auch kein "Fehler" passiert sein konnte.

Kein Männchen weit und breit

Die meisten der Babys kamen allerdings tot auf die Welt, eines starb kurz nach der Geburt. Doch zwei kleine Anacondas überlebten und wachsen und gedeihen seither prächtig. Und offenbar gibt es für ihre Existenz – denn eigentlich kann doch nicht sein, was nicht sein darf? – sogar eine wissenschaftliche Erklärung. Die sogenannte "Jungfrauengeburt" nennt sich offiziell Parthenogenese und kommt bei Pflanzen relativ häufig vor. Bei Grünen Anakondas ist tatsächlich auch ein weiterer Fall bekannt: 2014 kamen in einem Zoo in Großbritannien Schlangenbabys zur Welt, die keinen Vater hatten.

Das Besondere: So geborene Tiere sind praktisch Klone ihrer Mutter. Sie teilen die komplette DNA mit ihr und sind deshalb automatisch immer weiblich (Jesus kann aus wissenschaftlicher Sicht somit kein Ergebnis von Parthenogenese sein). Offenbar kommt es zu Geburten dieser Art, wenn die Schlangen zu lange vergeblich auf die Begegnung mit einem Männchen warten und schließlich das Fortbestehen ihrer Art gefährdet sehen. Tatsächlich bestätigten DNA-Analysen bei den Anakonda-Babys aus Boston, dass auch sie kleine Klone ihrer Mutter Anna sind.

Die beiden Baby-Anacondas haben ihren eigenen Kopf

Trotzdem, so die Pfleger, hätten beide ihre eigene Persönlichkeit. Eines der Schlangenbabys sei "sehr entspannt", das andere abenteuerlustiger und interessierter daran, seine Umgebung zu erkunden. Beide Jungtiere werden einmal wöchentlich gefüttert und täglich von den Pflegern in die Hand genommen, damit sie sich an den Kontakt mit Menschen gewöhnen.

Quelle:CBS News

wt

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