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RAUMFAHRT: »Endeavour«: Keine Landung in Sicht

Die Landung der amerikanischen Raumfähre »Endeavour« verzögert sich weiter. Der Grund ist schlechtes Wetter. Sollte auch heute Abend keine Landung möglich sein, wird eventuell Kurs auf Kalifornien genommen.

Die amerikanische Raumfähre Endeavour kreist weiter um die Erde. Schlechtes Wetter hatte die geplante Landung auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida am Montagabend verhindert. Die nächsten Landefenster bestehen nach Angaben der Weltraumbehörde NASA am Dienstagabend um 17.56 Uhr und 19.31 Uhr MESZ. Allerdings fürchten die Meteorologen, dass Gewitterfronten die erhoffte Landung erneut zunichte machen könnten.

24 Stunden Verzögerung

Für die sieben Mann an Bord der Endeavour bedeutete die Verzögerung 24 weitere Stunden und 16 zusätzliche Erdumrundungen in dem beengten Raumtransporter. »Sagt allen, die warten, es tut uns leid. Wir werden versuchen, sie morgen zu sehen«, sagte Kenneth Contrell, der Kommandant der Raumfähre. Drei Endeavour-Passagiere warten besonders ungeduldig darauf, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Carl Walz, Daniel Bursch und Juri Onufrienko haben die vergangenen sechs Monate an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) verbracht. In Cape Canaveral müssen sie sich in den nächsten 45 Tagen langsam wieder an irdische Bedingungen gewöhnen.

Eventuell Landung in Kalifornien

Sollte das Wetter in Florida die Landepläne am Dienstag erneut durchkreuzen, könnte die NASA den Flug auch auf den Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien umdirigieren. In Kalifornien ist für die ganze Woche wolkenloser Himmel vorausgesagt. Doch versucht die NASA, eine Landung dort möglichst zu umgehen. Dann müsste die Endeavour auf einem Jumbo 747 huckepack nach Florida zurücktransportiert werden, ein äußerst teures Unterfangen.

Die Endeavour hatte am Samstag von der Internationalen Raumstation abgelegt. Sie hatte unter anderem die neue Langzeitcrew ins All gebracht. Zudem reparierten zwei Astronauten bei drei Weltraumausstiegen einen Roboterarm und trieben den Ausbau der Station voran. Die NASA bezeichnete die Einsätze als rundum erfolgreich.

Treibstoff reicht bis Donnerstag

»Viel Glück beim nächsten Mal«, funkte der Kommandant der Raumfähre, Kenneth Cockrell, an die Bodenkontrolle. »Wir werden härter arbeiten und vielleicht versuchen, mehr Glück zu haben.« Die »Endeavour« bringt die Besatzung der internationalen Raumstation ISS zur Erde zurück. Sie verfügt noch über genügend Treibstoff, um notfalls bis Donnerstag im All zu bleiben. Der Montag war der 194. Weltraumtag für den amerikanische Astronauten Carl Walz, seinen Landsmann Daniel Bursch und den russischen Kosmonauten Juri Onufrienko. Alle drei sind um die 40 Jahre alt und müssen nach ihrer Rückkehr auf die Erde ein Rehabilitationsprogramm für den Aufbau ihrer Muskulatur absolvieren. In der Schwerelosigkeit werden Muskeln und Knochen schwächer, außerdem lässt das Immunsystem nach.