Raumsonde Letzte Ruhestätte für "Galileo"


Nach 14-jähriger Reise durch den Weltraum soll die Sonde "Galileo" am kommenden Wochenende auf dem Planeten Jupiter planmäßig zerschellen.

Nach 14-jähriger Reise durch den Weltraum soll die Jupiter-Sonde "Galileo" am kommenden Wochenende zerstört werden. Auf diese Weise werde verhindert, dass "Galileo" ungewollt auf dem Jupiter-Mond Europa aufschlage, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Sonntag in Pasadena mit. Die Astronomen der NASA befürchten, dass in einem solchen Fall Krankheitserreger möglicherweise existierendes Leben auf Europa gefährden könnten.

Millionen Mikroben mit an Bord

"Galileo" soll am kommenden Sonntag um 21.49 Uhr (MESZ) mit 173.770 Kilometern in der Stunde in die Atmosphäre des Jupiters gelenkt werden. Das 1.350 Kilogramm schwere Raumfahrzeug wird dabei völlig zerstört. An Bord befinden sich offenbar Millionen von Mikroben, die wahrscheinlich vor allem im Kühlwasser der atombetriebenen Sonde entstanden sind. Beim Start von "Galileo" im Jahr 1989 gab es noch keine umfassende mikrobiologische Reinigung von Raumfahrzeugen, wie sie bei der NASA inzwischen zum Standard gehören. Heute weiß man entgegen früheren Annahmen, dass manche Mikroben selbst extremen Temperaturen und Strahlung widerstehen können.

Möglicherweise Leben auf Europa

Auf dem Jupitermond Europa, dessen Ozeane von Eis bedeckt sind, könnte es nach Einschätzung von Astronomen außerirdisches Leben geben. Daher dürfe er nicht unnötig gefährdet werden, erklärte der für den Schutz von Planeten zuständige NASA-Astronom John Rummel.

Galileo-Mission war sehr erfolgreich

Die planmäßige Zerstörung der nach dem Astronomen Galileo Galilei benannten Sonde wird die erste seit 1999 sein. Damals ließ die NASA den "Lunar Prospector" in den die Erde umkreisenden Mond stürzen. 1994 steuerte die NASA die Sonde "Magellan" in die Venus.

Die Mission von "Galileo" ist eines der erfolgreichsten Projekte der NASA. Die Sonde umkreiste den Jupiter 35 Mal - geplant waren ursprünglich 24 Umrundungen - und schickte zahllose Messdaten zur Erde. Darunter waren auch Informationen über den vulkanisch aktiven Jupitermond Io.


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