Schädlingsbekämpfung Bienen verschrecken gefräßige Raupen

Schmetterlingsraupen fühlen sich durch Bienen sehr gestört und fressen bis zu 70 Prozent weniger
Schmetterlingsraupen fühlen sich durch Bienen sehr gestört und fressen bis zu 70 Prozent weniger
© Colourbox
Gärtner und Hobbygärtner ärgern sich oft über dicke Schmetterlingsraupen, die sich an ihren Pflanzen satt fressen. Forscher der Universität Würzburg fanden jetzt heraus, was den Tieren den Appetit verderben könnte: Bienen. Sie könnten künftig als natürliche Schädlingsbekämpfer eingesetzt werden.

Viele Schmetterlingsraupen - auch schädliche - haben Angst vor Wespen. Mit ihren feinen Sinneshärchen bemerken sie die Luftbewegung, die durch den Flügelschlag der heranfliegenden Feinde entsteht, und gehen daraufhin in Deckung, sagen die Wissenschaftler um Professor Jürgen Tautz von der Universität Würzburg. Die Raupen bleiben entweder regungslos auf der Pflanze sitzen, an der sie gerade knabbern, oder sie lassen sich zur Sicherheit von den Blättern fallen. Die Forscher stellten ihre Ergebnisse im Journal "Current Biology" vor.

In einem Versuch fanden sie heraus, dass die Raupen nicht zwischen Bienen und Wespen unterscheiden können und auch auf den Flügelschlag der für sie harmlosen Bienen reagieren. Die Biologen legten zwei Gärten an und setzen dieselbe Anzahl Raupen hinein. In einem Garten ließen sie wochenlang Bienen fliegen. "Die Vernichtung der Blattfläche war um etwa 70 Prozent reduziert", erläutert Tautz die Forschungsergebnisse. Die Forscher zeigten, dass bei fortwährendem Bienenflug, wie er zum Beispiel in einem blühenden Obstbaum auftritt, die Raupen dauerhaft gestresst sind. Daher fressen sie weniger.

Tautz will nun testen, ob sich die Bienen auch als Schädlingsbekämpfer auf großer Fläche eignen. So soll ein Feld angelegt werden, auf dem sich Blumenreihen mit Nutzgemüse abwechseln. "Hier wird interessant sein zu sehen, ob weniger Gemüse vernichtet wird", sagt der Biologe. Sollte dies der Fall sein, könnten die Bienen im Frühling als natürliche Schädlingsbekämpfer eingesetzt werden. Da müssten womöglich weniger Insektizide versprüht werden, sagt Tautz.

DPA DPA

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