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Tanker-Katastrophe: Ölpest vor Alaska droht

Vor einigen Tagen brach ein malaysisches Frachtschiff mit fast zwei Millionen Liter Öl an Bord vor der Küste Alaskas auseinander. An der Aleuten-Insel Unalaska werden nun schon tennisballgroße Ölklumpen angespült.

Nach dem Auseinanderbrechen eines Frachtschiffes vor der Küste von Alaska sollen Experten das Wrack untersuchen, um das Ausmaß des Schadens und die Menge des ausgelaufenen Öls zu bestimmen. Die US-Küstenwache hoffte, auf Grund einer Wetterbesserung ein Team aus der Luft auf die "Selendang Ayu" abseilen zu können. Der malaysische Frachter hatte am Mittwoch an der Westküste von Unalaska, einer der Aleuten-Inseln, Schiffbruch erlitten. Insgesamt hatte die aus Singapur stammende und unter malaysischer Flagge fahrende "Selendang Ayu" neben Sojabohnen rund 1,8 Millionen Liter Öl an Bord.

Viele Tiere sind bedroht

Der Frachter war am Mittwochabend auf Grund gelaufen und auseinander gebrochen, mehrere tausend Liter Öl traten bereits in die Gewässer aus, in denen unter anderem Seelöwen und Otter leben. Beim Auseinanderbrechen des Frachters wurde offenbar ein Tank beschädigt, der fast 530.000 Liter fasst. Die Küstenwache ging davon aus, dass dieses Öl zumindest teilweise ins Meer gelangt ist. Der Frachter war an der Westküste von Unalaska aufgelaufen, einer der Aleuten-Inseln, die vor der Südwestspitze Alaskas liegen. An der Küste von Unalaska, rund 1.300 Kilometer südwestlich von Anchorage, wurden Ölklumpen von der Größe eines Tennisballs angespült. In den Gewässern leben unter anderem Seelöwen, Robben und Seeotter. Außerdem sind zahlreiche Seevögel bedroht.

Der zuständige Offizier, Darrel Wilson sagte am Sonntag, die Küstenwache gehe mit äußerster Vorsicht vor, um weitere Opfer zu vermeiden. Sechs Besatzungsmitglieder der "Selendang Ayu", die von dem Schiff evakuiert wurden, kamen am Mittwoch beim Absturz eines Rettungshubschraubers ums Leben. Die Suche nach den Vermissten wurde am Freitagabend eingestellt.

Schlechtes Wetter behindert Rettungsarbeiten

Am Mittwoch gegen 18 Uhr hatte der Kapitän um die Evakuierung der verbleibenden Besatzungsmitglieder gebeten - 18 Seeleute waren schon vorher von dem Schiff geborgen worden. Ein Hubschrauber der Küstenwache holte die zehn Matrosen ab und stürzte wenig später aus noch ungeklärten Gründen in die eisigen Fluten. Während die drei Besatzungsmitglieder der Küstenwache und ein Seemann sofort von einem anderen Hubschrauber entdeckt wurden, fehlte von den sechs übrigen - einem Philippino und fünf Indern - jede Spur. Der Kapitän und ein Rettungsschwimmer, der mit ihm an Bord der "Selendang Ayu" geblieben war, wurden kurz vor dem Auseinanderbrechen des Frachters um 19.15 Uhr gerettet.

Die "Selendang Ayu" war bereits am Dienstag in Seenot geraten, weil ihr Hauptmotor ausfiel. Zwar gelang es einem Schlepper der Küstenwache, den 40.000 Tonnen schweren Frachter mit einem Tau zu sichern, nach zwölf Stunden riss die Leine jedoch, und die "Selendang Ayu" trieb weiter auf Unalaska zu. Die asiatische Crew versuchte mehrfach, das Schiff mit einem Anker zu sichern, wegen des schweren Seegangs riss es sich aber immer wieder los.

Starker Wind und meterhohe Wellen behinderten in den vergangenen Tagen die Rettungsarbeiten und die Bemühungen, das Ausfließen des Öls aus dem Wrack zu unterbinden. Für Montag wurde eine weitere Wetterbesserung erwartet.

AP