Tierwelt Furchtlose Schimpansen im Dschungel Kongos


Forscher haben eine Schimpansen-Population entdeckt, die keine Furcht vor Menschen zeigt. Dieses außergewöhnliche Verhalten wird auf ihre Isolation zurückgeführt.

Im Dschungel Kongos haben Wissenschaftler eine Schimpansen-Population entdeckt, die keine Furcht vor Menschen zeigt. "National Geographic Deutschland" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über die arglosen Tiere, für deren Schutz sich auch die weltberühmte Primatenforscherin Jane Goodall engagiert.

Seit 1999 untersuchen die amerikanischen Wissenschaftler David Morgan und Crickette Sanz die Schimpansen, die im Goualougo-Dreieck, einem völlig unberührten Dschungelgebiet im Nordwesten der Republik Kongo leben. Hier sind die Affen so stark von der Außenwelt isoliert, dass sie bislang kaum mit Menschen in Kontakt kamen oder zumindest keine schlechten Erfahrungen mit ihnen gemacht haben. Anstatt zu flüchten, nähern sich die Tiere Menschen und lassen keine Furcht erkennen.

Stark geschrumpfter Bestand

Der Lebensraum der Population ist seit 2001 als Schutzgebiet ausgewiesen und an den Nationalpark Nouabalé-Ndoki angeschlossen worden, der auf Bemühen des amerikanischen Ökologen Michael J. Fay 1993 eingerichtet wurde.

Forscher vermuten, dass es vor 100 Jahren in Afrika vermutlich mehr als eine Million Schimpansen gab. Heute sind es höchstens noch 200.000, möglicherweise erheblich weniger. Grund der Dezimierung: Die Lebensräume der Tiere werden zerstört, für Fleisch- und Zootierhandel werden sie gejagt. Vom Menschen bedrängt, geht die Anzahl der Tiere immer weiter zurück, in manchen Gebieten sind sie bereits ausgestorben.


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