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Lärm zum Jahreswechsel: Todesgefahr durch Böller: Warum Silvesterkrach für Tiere so belastend ist

Böller und Raketen zünden zu Silvester: Was Menschen Spaß bereitet, versetzt Tiere in Angst und Panik. Im schlimmsten Fall bringt die Böllerei sie in Lebensgefahr.

Auf der Flucht springt ein junger Rehbock im Morgengrauen über eine Wiese

Wildtiere mögen keinen Silvesterkrach  - und auch viele Haustiere haben Angst vor dem Lärm

Feuerwerk und Knallerei sind für viele Menschen an Silvester unverzichtbar. Spatz, Biber, Wildschwein und Co. haben im Gegensatz dazu keinen Spaß an Böllern und Raketen. Im Gegenteil: Wenn es zum Jahreswechsel knallt und stinkt, bedeute dies für Vögel und Vierbeiner oft Stress, sagte Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. "Der Krach ist für viele Tiere belastend, weil sie ein viel besseres Gehör haben als wir Menschen." Bei vielen Vierbeinern löse die Knallerei sogar Panik aus.

Besonders betroffen sind demnach Wildtiere, die in der Stadt leben, zum Beispiel Enten auf Gewässern oder im Park. "Aber auch Gänse, die auf einem Dorfteich schwimmen", sagte Kinser. "Wird in ihrer unmittelbaren Nähe geknallt, schrecken sie auf und fliegen teilweise panisch weg, um sich einen neuen Unterschlupf zu suchen in Bereichen, in denen weniger geknallt wird."

Todesgefahr bei Minusgraden

In diesem Jahr ist es dem Experten zufolge immerhin nicht lebensbedrohlich für die Tiere, wenn sie von der Knallerei aufgeschreckt werden. Grund dafür sei das milde Wetter, erklärte Kinser. Würden Spatz, Amsel und andere Gartenvögel bei einem knackig kalten Winter mit tiefen Minusgraden und verharschtem Schnee aufgescheucht, verbrauchten sie viel Energie. Dies könne tödlich für sie enden. Andere Stadtbewohner wie Kaninchen verziehen sich einfach in ihre unterirdischen Bauten: "Dann sind sie weg."

Und was ist mit Hirschen, Rehen und Bibern? "Wenn Wildtiere in Regionen leben, in denen sie üblicherweise vorkommen, haben sie keine großen Probleme", berichtete Kinser. "Die Silvesterknallerei kommt in den Wäldern nicht wirklich an. Man hört das Donnergrollen in der Ferne, das ist für sie aber wie ein Gewitter, nichts, wovor sie panische Angst haben müssten."

Haustiere in lärmgeschützte Bereiche bringen

Auch Haustiere geraten angesichts des Silvesterlärms schnell in Panik: Hundehaltern wird beispielsweise empfohlen, mit ihren Tieren rund um Silvester nur angeleint Gassi zu gehen. Das soll verhindern, dass sie vom Lärm eines aufgeschreckt werden und weglaufen. Auch kann es sinnvoll sein, schreckhafte Haustiere für die Silvesternacht in einem licht- und lärmgeschützten Raum unterzubringen, beispielsweise in einem beheizten Keller.

Feuerwerkskörper dürfen drei Tage vor der Silvesternacht gekauft und nur am 31. Dezember und am 1. Januar abgebrannt werden. Städte und Gemeinden können das genaue Zeitfenster für die Böllerei weiter einschränken.

Nach dem Sprengstoffgesetz und der Sprengstoffverordnung ist es grundsätzlich verboten, Feuerwerkskörper in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Altersheimen abzubrennen. Außerdem verbietet ein bundesweites Gesetz seit 2009 das Zünden von Feuerwerkskörpern in der Nähe von Fachwerk- und reetgedeckten Häusern.

Hund und Katzen beim Fressen


ikr/ / DPA