Umweltbedrohung Großes Ozonloch über Nordeuropa und Arktis


Vor einem Jahr schon schlugen Wissenschaftler Alarm, weil das Ozonloch über dem Nordpol immer größere Ausmaße annahm. Ein Sonnensturm hat nun die Ozonschicht noch weiter in Mitleidenschaft gezogen.

Wissenschaftler haben über Nordeuropa, Nordamerika, Nordasien und Teilen der Arktis vor einem Jahr ein ungewöhnlich großes Ozonloch beobachtet. Die schützende Ozonschicht in dem Gebiet sei im Februar und März 2004 um bis zu 60 Prozent zurückgegangen, erklärten Forscher des Universität von Colorado am Dienstag in dem Fachmagazin Geophysical Research Letters. "Dieser Rückgang kam völlig unerwartet", erklärte die leitende Wissenschaftlerin der Studie, Cora Randall.

Ursache sei vermutlich ein von der Sonne ausgesendeter Partikelsturm gewesen, der die Erde bombardiert habe, hieß es. Zudem hätten ungewöhnlich heftige Winde schädliche Stickstoffoxide und -dioxide in 30 Kilometer Höhe getrieben. An den Forschungen waren auch Wissenschaftler aus Kanada, Schweden und Norwegen beteiligt.

Die Ozonschicht schützt die Erde normalerweise vor der ultravioletten Strahlung der Sonne. Beim so genannten Ozonloch ist die Schicht stark ausgedünnt. Es wird seit Mitte der 80er-Jahre jedes Jahr am Ende des antarktischen Winters beobachtet. Bislang war die nun festgestellte Ausdünnung über der Arktis weniger dramatisch als auf der anderen Seite der Erdkugel. Eine zu starke ultraviolette Strahlung kann beim Menschen zu Hautkrebs führen und Pflanzen zerstören, die am Anfang der Nahrungskette stehen.

AP


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