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Verhaltensforschung: Vogelweibchen stehen auf Fremdsprachen

"Je t'aime", "Ti amo", "Ich liebe dich" - solche Worte hört jede Frau gerne. Vor allem in mehreren Sprachen. Auch Vogelweibchen mögen es, in fremden Sprachen bezirzt zu werden. Je mehr, desto besser.

Einige Vogelweibchen wählen Männchen auch danach aus, wie gut diese in fremden Sprachen trällern können. Dabei spielt sowohl die Präzision der Töne als auch die Zahl der erlernten Lieder anderer Vogelarten eine Rolle. Das fand eine Gruppe um Seth Coleman von der Texas A & M Universität heraus und berichtet davon im britischen Journal "Biology Letters" (online vorab veröffentlicht).

Die Forscher hatten 123 Balzgesänge von 29 Männchen des Seidenlaubenvogels (Ptilonorhynchus violaceus) aufgenommen und den Paarungserfolg beobachtet. Das blau schimmernde Männchen baut kleine Lauben aus Ästen auf dem Boden und dekoriert sie vor allem mit blauen Gegenständen, um Weibchen zu beeindrucken. Colemann fand nun heraus, dass die Männchen mit der besten Laube und den meisten Deko-Elementen auch die meisten Lieder anderer Vogelarten singen konnten. Eine genauere Analyse zeigte sogar, dass die Sangeskunst für den Paarungserfolg eine größere Rolle spielen könnte als die Baukunst.

Fremdsprachenkenntnissen weisen auf Lernfähigkeit hin

Die Bevorzugung von Männchen mit Kenntnissen mehrerer Lieder sei verständlich, da dies auch auf andere vielfältige Fähigkeiten hindeute, schreiben die Forscher. Die Exaktheit, mit der ein Männchen in anderen Sprachen singe, könnte zeigen, wie gut es generell etwas lerne - was sich dann auch auf die Nachkommen übertragen könne.

Schon lange wurde vermutet, dass Vogelmännchen artfremde Stimmen nachahmen, um Weibchen zu imponieren. Das war bislang jedoch wenig belegt. (Fachartikel-Identifikationsnummer: DOI: 10.1098/rsbl.2007.0234)

DPA / DPA
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