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Vogelgrippe: 1000 Tiere getötet

Im thüringischen Landkreis Saalfeld/Rudolstadt wird seit Freitagabend Geflügel gekeult - 1000 Tiere sind bereits getötet worden. Anlass ist der neuerliche Ausbruch der Vogelgrippe. Der Pharma-Manager Humer warnt, das Virus könne jederzeit auf den Menschen überspringen.

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe im thüringischen Wickersdorf sind rund 1000 Nutztiere getötet worden. Dem thüringischen Gesundheitsministerium zufolge hatte die Keulung am Freitagabend gegen 21.00 Uhr begonnen. Da viele Kleintierhalter ihre Bestände nicht angemeldet hatten, mussten Ortskundige von Haus zu Haus gehen, um Geflügel zu finden und zu töten.

Am Freitag hatte das Friedrich-Loeffler-Institut das hochgefährlichen Virus vom Subtyp H5N1 bei einer Hausgans im Landkreis Saalfeld/Rudolstadt festgestellt. Daraufhin wurde ein Sperrbezirk im Radius von drei Kilometern errichtet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind in Thüringen viereinhalb bis fünf Millionen Geflügel amtlich gemeldet. Die tatsächliche Anzahl dürfte aber wesentlich höher sein. Da der Keim der gefährlichen Erkrankung über Exkremente verbreitet wird und 21 Tage ohne Wirt überleben kann, soll die Sperrzeit drei Wochen dauern.

Japanische Studie zu Tamiflu

Der Chef des Pharmakonzerns Roche, Franz Humer, rechnet fest mit dem Ausbruch einer Vogelgrippe-Pandemie beim Menschen. "Das Virus kann jederzeit überspringen", sagte Humer der "Wirtschaftswoche". "Es ist überhaupt nicht die Frage, ob es eine weltweite Pandemie gibt. Es ist nur die Frage, wann sie kommt." Gleichzeitig bestritt Humer, dass das Grippemittel Tamiflu den Geisteszustand von Patienten beeinträchtigen könnte. Das hatte eine Studie des japanischen Gesundheitsministeriums nahegelegt. Medienberichten zufolge hat Mehrheit der 128 Tamiflu-Probanden während des Tests von einem Drang berichtet, sich von Gebäuden zu stürzen - oder auch von einem überwältigenden Bedürfnis zu hüpfen.

AP / AP