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Chinesische Drogen-Dealerin Die Warlord-Prinzessin, die den Westen mit Heroin überflutete

Olive Yang Jinxiu inmitten ihrer Kämpfer.
Olive Yang Jinxiu inmitten ihrer Kämpfer.
© Commons
Feines Lächeln und verstümmelte Füße – Olive Yang Jinxiu lehnte das Leben einer chinesischen Prinzessin ab. Lieber führte sie eine Miliz im Goldenen Dreieck und wurde so zu einer Architektin des modernen Drogenhandels.

Dies ist die Geschichte einer Frau, die man zu Recht als "Real Bad-Ass" bezeichnen kann: Olive Yang Jinxiu. 

Olive Yang hat Geschichte geschrieben

Als Olive Yang vor einem halben Jahr im Alter von 90 Jahren starb, konnte sie behaupten, Geschichte geschrieben zu haben. Sie führte im sogenannten Goldenen Dreieck eine Armee mit tausenden von Kämpfern und gehörte zu den größten Drogenhändlern ihrer Epoche. 

Ihre Geschichte ist aber noch weit komplexer, denn Olive Yang war nicht einfach eine chinesische Frau aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihre Familie leitete ihre Abstammung aus der Umgebung der Kaiser der Ming-Dynastie her. Das ist die letzte "reine" Dynastie, die von den fremdländischen Mandschuh verdrängt wurde. 

Der Klan der Yangs gehörte zu den entschlossensten Anhängern der Ming. Nach der endgültigen Niederlage ihres Kaiserhauses wichen sie in die unwegsamen Grenz-Regionen des heutigen Myanmar aus, dort herrschten sie über die Han-Chinesen des Kokang-Stammes. Einhundert Jahre später wurde dort Yang Jinxiu 1927 als Prinzessin der Kokang geboren. Sie selbst bevorzugte den britischen Namen Olive.

Schießwütiges Mädchen

Olive Yang Jinxiu war das Schicksal einer Prinzessin zugedacht. Wunderschön und gebildet sollte sie einen passenden Mann heiraten. Das erwies sich als schwieriger als gedacht, denn Olive war ein wildes Mädchen. Die Familien-Chronik erzählt, dass sie schon in der Schule Probleme bekam, weil sie ihren Revolver mit in den Unterricht nahm. Sie wird als schießwütig beschrieben.

Sie ließ sich nicht die Füße binden und verstümmeln und sie interessierten auch andere Schönheitsnormen nicht. Olive Yang trug Männerkleidung und wurde von Verwandten "Miss Hairy Legs" genannt. Zudem begann sie, die Frauen und Freundinnen ihrer Brüder zu verführen. 

Nachdem Zweiten Weltkrieg musste sie in eine arrangierte Ehe einwilligen. Diese wurde wieder geschieden, weil ihr Mann "Angst vor ihr hatte", so ihre Schwester Judy. Doch bekam sie in dieser Zeit ihr einziges Kind, einen Sohn. Aber anstatt die Mutter zu spielen, engagierte sich Olive Yang mit einer eigenen Miliz von 300 Kokang im chinesischen Bürgerkrieg. Nachdem die Kommunisten 1949 den Krieg in China für sich entscheiden konnten, mussten die nationalistischen Truppen der 93. Division unter General Li Mi nach Myanmar ausweichen.

Geburt des modernen Drogenhandels

Dort wurde der internationale Drogenhandel mithilfe eines relativ jungen Geheimdienstes, der CIA, geboren. Die CIA wollte den Kommunisten schaden. Die Truppen General Li Mis wollten kämpfen, doch dafür benötigten sie Geld. Geld, das der Drogenhandel liefern sollte.

Unter Präsident Truman begannen die USA den Kämpfern moderne Waffen zu liefern. Damit war der Weg frei für die Zersplitterung, die Rechtlosigkeit und die zersetzende Wirkung der Drogen in der Region – Probleme, die zu einem ewigen Bürgerkrieg geführt haben. Die Kokang kämpfen auch heute noch. 

Olive Yang erwies sich als Logistik-Genie des Drogenhandels. Sie modernisierte den Transport und schuf Handelswege aus dem Dschungel in die Welt, die jahrzehntelang genutzt wurden.

Letzte Rolle als Friedenstifter

Herrscher der Kokang war ihr Bruder Edward, aber als der sich um eine friedliche Lösung bemühte und eine Einigung mit dem Zentralstaat drohte, putschte die militante Schwester. Ihre Soldaten liebten sie und so wurde sie anstelle ihres Bruder, der formell weiter herrschte, zur eigentlichen Befehlsgewalt. Nebenher pflegte sie aufsehenerregende Amouren mit berühmten Schauspielerinnen und auch dort geriet sie mit ihrem Bruder in Konkurrenz.

Komplizierte Allianzen in den Bürgerkriegen Myanmars führten dazu, dass Stammesführer und Drogenhändler in den 70er Jahren einen fast unbeschränkten Zugriff auf das sogenannte Goldene Dreieck bekamen. In der Ägide von Olive Yang Jinxiu wurde das Goldene Dreieck zum weltweit größten Lieferanten von Opium und Heroin. Die weltweite Welle der Drogentoten in den 60er und 70er Jahren gehen auf den Deal zwischen CIA und Kokang-Herrschern zurück. 

Ihre letzte große Rolle spielte die "Warlady" 1989, als sie eine Art Waffenstillstand zwischen den Stammeskräften und der Zentralregierung vermittelte – dieser Frieden hielt fast 20 Jahre. Seit einigen Jahren wird wieder gekämpft.

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