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Bankrott: Die Gräfin liebte einen Oligarchen - wegen seiner Schulden verliert sie nun Haus und Möbel

Die Aristokratin Alexandra Tolstoi lebte im Luxus mit einem russischen Milliardär, bis ihr Mann bei Putin in Ungnade fiel. Nun kämpft sie um Wohnung und Möbel.

Alexandra Tolstoi posiert beim Treffen in der Tusla-Region. Zum 190. Geburtstag von Leo Tolstoi kam die Familie zusammen. Alexandra ist eine entfernte Verwandte des berühmten Dichters.

Alexandra Tolstoi posiert beim Treffen in der Tusla-Region. Zum 190. Geburtstag von Leo Tolstoi kam die Familie zusammen. Alexandra ist eine entfernte Verwandte des berühmten Dichters.

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In der Umgebung des Kreml werden innerhalb weniger Jahre unglaubliche Vermögen gemacht, aber noch schneller können sie verschwinden, wenn man die Gunst Wladimir Putins verliert. Oder es mit der Gier übertreibt. Alexandra Tolstoi erlebte den Aufstieg und den Sturz ins Nichts in der Umgebung des neuen Zaren.

Die Gräfin und der Milliardär: Alexandra Tolstoi und Sergej Pugatschow führten ein Hochglanz-Leben. 2010 endete der Traum. Pugatschows Bank Mezhprom brach zusammen, das weitere Firmenimperium des Oligarchen versank in dem Strudel. Werften, Grundstücke am Kreml – alles dahin.  

Obendrein wurde Pugatschow beschuldigt, Millionen von Dollar aus den Geldern veruntreut zu haben, die der Staat für die Rettung der Bank vorgesehen hatte. Das war unverzeihlich. Der Oligarch wird seitdem auch im Ausland gerichtlich verfolgt, dazu wurde sein Vermögen eingefroren.

Der lange Arm des Kreml

Die Gattin Alexandra Tolstoi sieht sich ebenfalls verfolgt, denn die Bemühungen Moskaus, das verlorene Geld einzutreiben, machen auch vor der Londoner Gesellschaftsgröße nicht halt.  Bevor nun auch das Haus in Chelsea mitsamt des Mobiliars verloren geht, empfang die Aristokratin eine Reporterin des "Telegraph", um der ihr Leid und das geschehene Unrecht zu klagen.

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Der Hausbesuch bei der "exquisiten englische Rose" – wie die Autorin sie nennt - zeigt, man kann auch auf hohem Niveau leiden. Die Dame des Hauses ist gerade von einem Ball in St. Petersburg zurück. Zum Glück bändigt das Kindermädchen den Nachwuchs, sodass die Gräfin ihrer Besucherin ein Glas Champagner anbieten kann.

Einblick ins Oligarchen-Leben

Im Verlauf des Besuches gewährt sie Einblicke in ihr Leben als Geliebte eines Oligarchen. Pugatschow habe ihr zwar die Ehe versprochen, erzählt sie, aber erst nach der Scheidung von seiner Gattin – dazu kam es nie. Trotz der Häuser in London und Moskau, in St. Barts und an der Côte d'Azur war das Leben neben dem reichen Mann nicht leicht.

Pugatschow war immer "eifersüchtig, was ich anfangs schmeichelhaft fand, aber dann wurde er völlig giftig, und ich wurde für nichts bestraft". Sie sei beschimpft worden: "Du Hure, ich weiß, dass du mit ihm schläfst." Obwohl der Oligarch – der selbst aus einer eher derben Kosakenfamilie stammt - gern eine Gräfin als Geliebte hatte, machte er sich vor den Kindern über die "erbärmliche" Aristokratie lustig. "Er sagte den Kindern, ich sei nur wegen seines Geldes bei ihm. Was so traurig war, weil ich damals völlig in ihn verliebt war."

In seinem Schloss an der Cote D'Azur habe sie wie eine Gefangene gelebt. Ihr Mann habe ihren Pass weggeschlossen, die Wachleute hätten den Auftrag gehabt, sie nicht aus dem Haus zu lassen, sagt sie. Solange bis sie den Mann und Frankreich verließ und ins Domizil in London flüchtete.

Pugatschow selbst sieht diese Zeit anders. In einem Statement schrieb er über Alexandra Tolstoi: "Es stellte sich heraus, dass ihr Lebensziel darin bestand, Luxus, Reichtum und Glamour zu erlangen.... Sie sprach selten mit den Kindern. Sie hatte drei Kindermädchen, die für sie arbeiteten.... Sie stahl mir die Kinder und brachte sie nie wieder nach Frankreich."

Haus, Geld und Schmuck sind dahin

Wer nun auch immer recht haben mag: Das größte Problem der Gräfin ist nicht der Ex-Geliebte, der ihren keinen Cent überweist, weil sie ihm – aus seiner Sicht – die Kinder geraubt hat. Das größte Problem ist der Kreml, der unnachgiebig dabei ist, weltweit die Vermögenswerte Pugatschows einzuziehen. Bedauerlicherweise hält nicht nur Alexandra Tolstoi den Mann inzwischen für einen Betrüger, sondern auch die Richter. Sie kamen 2017 zu der Ansicht, dass eine Stiftung zugunsten der Kinder nur ein Trick gewesen sei, Vermögenswerte vor dem Zugriff des Staates zu verstecken. So verloren die Kinder ihr millionenschweres Vermögen – und die Gräfin das repräsentative Haus in Chelsea – inklusive Mobiliar. Die Russische Föderation soll bereits angerufen und nach dem Schlüssel gefragt haben.

Alexandra Tolstoi musste lernen, sich anzupassen. Statt Privat-Jet muss sie nun die Dienste einer Billigairline in Anspruch nehmen. Zu allem Unglück soll auch noch der Schmuck der Tolstoi im Wert von 150.000 Euro gestohlen worden sein. Damit ist der letzte Notgroschen dahin.

Die Gräfin organisiert nun Abenteuerreisen – das Geschäft soll zumindest vielversprechend anlaufen.

Quelle: Telegraph

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