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Studien: Bezahlte Forscher finden Milch gesünder

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing - offenbar auch in der Forschung. Von der Industrie finanzierte Studien stellen oft gesundheitsfördernde Wirkungen bei Getränken fest, belegen Statistiker - und warnen vor möglichen Folgen für die öffentliche Gesundheit.

Milch macht starke Knochen, Fruchtsaft stärkt die Abwehr - davon sind viele Menschen überzeugt: Werden doch immer wieder Studien veröffentlicht, die dies bestätigen. Wie eine Studie den gesundheitlichen Nutzen von Getränken bewertet, hängt jedoch stark von den Interessen der jeweiligen Geldgeber ab, hat nun eine Untersuchung festgestellt. Stecken dahinter ausschließlich Hersteller, etwa von Saft, Milch oder Limonade, fiel das Resultat vier bis acht Mal so häufig positiv aus wie in anderen Fällen, schreiben Lenard Lesser und seine Kollegen im Journal "PLoS Medicine".

Forscher vergaben vier bis acht mal so häufig "gut"

Die Gruppe um Lesser vom Kinderkrankenhaus in Boston, Massachusetts, hatte mit Unterstützung der US-Verbraucherorganisation Center for Science in the Public Interest entsprechende Untersuchungen der Jahre 1993 bis 2002 über Limonaden, Milch und Saft daraufhin geprüft, ob sie das Produkt als "gut", "schlecht" oder "neutral" für die Gesundheit einstuften. 538 veröffentlichte Artikel wurden in die Untersuchung einbezogen.

206 von ihnen stellten einen direkten Zusammenhang zwischen positiven Gesundheitseffekten und dem untersuchten Getränk dar - etwa Knochenstabilität und Milchkonsum oder ein besseres Immunsystem durch Antioxidantien in Säften. Von diesen gaben 111 Studien Informationen über ihre Finanzierung: Sie waren zu 22 Prozent vollständig und zu 32 Prozent teilweise von Unternehmen finanziert. Insgesamt stellten die Forscher die Tendenz fest, dass gänzlich von der Industrie gesponserte Untersuchungen vier bis acht Mal wahrscheinlicher den Auftraggebern genehme Ergebnisse erbrachten.

Die US-Getränkeindustrie wies die Kritik zurück und erklärte, die Autoren hätten ihre eigenen Vorurteile unter Beweis gestellt, indem sie sich nur für die Finanzierung der Studie interessierten, nicht aber für deren wissenschaftlichen Wert.

Appell an Forscher und Publizisten

Sollten sich diese Resultate durch weitere Untersuchungen bestätigen, sei ein Nachdenken über Gegenmaßnahmen sinnvoll, heißt es in "PLoS Medicine". Zum Beispiel könnten Forscher freiwillig darauf verzichten, industrielle Unterstützung anzunehmen, erklären Lesser und seine Kollegen. Zudem könnten auch die Journale strengere Regeln für die Publikation industriefinanzierter Studien einführen. Auf jeden Fall könnten die Geldgeber das Ergebnis von Studien beeinflussen - mit Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, erklärt das Team.

aun/DPA/AP / AP / DPA
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