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Praktische Tipps Was hilft gegen Wespen? Wie man sie austrickst – und was sie aggressiv macht

Sehen Sie im Video: Wespen-Plage? Diese Tricks helfen wirklich.






Über den leckeren Kuchen im Freien freuen sich nicht nur Menschen, sondern auch schwarz-gelbe Insekten: Wespen haben Hochsaison. Und genau wie Menschen fahren auch sie auf Süßes und Eiweiße ab.  Die aufgenommene Nahrung tragen sie in die Nester zurück. Wobei das Protein in erster Linie für die Brut gebraucht wird und der Zucker für sie selbst.  Tolerieren soll man die summenden Insekten besser nicht: Oft holen sich Wespen ihre Proteine beim Verzehr von toten Tieren. Sie könnten damit potenziell gesundheitsschädliche Bakterien auf Lebensmitteln hinterlassen.  Besser ist es, die Wespen konsequent davon abzuhalten, zu ihrem Ziel zu kommen. Am besten mit sanftem Wegschieben, empfiehlt der Naturschutzbund.
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Wespen haben einen schlechten Ruf. Dabei liegt es den gelb-schwarzen Insekten fern, uns Menschen zu ärgern – sie sorgen sie sich nur um ihren Nachwuchs. Der stern erklärt, wie man sich mit Wespen arrangieren kann.

Kaum ein Insekt hat in Deutschland eine derart schlechte Lobby wie Wespen. Selbst im September laden sich die schwarz-gelben Allesfresser bei sämtlichen Partys im Freien selbst ein. Und meist sorgen sie binnen wenigen Minuten für schlechte Stimmung im Partyvolk. Eltern fuchteln besorgt vor den Gesichtern ihrer Sprösslinge herum, Biertrinker fischen die kleinen surrenden Nichtschwimmer genervt aus dem Glas. Und häufig überleben die vermeintlichen Störenfriede ihren Besuch an der Kaffeetafel oder beim feucht-fröhlichen Grillabend nicht, weil frustrierte Gastgeber die Nerven verlieren. Das ist laut Bundesnaturschutzgesetz nicht nur streng verboten – es hilft auch nicht, um sich der Wespen dauerhaft zu entledigen. Was hilft gegen Wespen und was macht die friedlichen Insekten erst recht aggressiv? Der stern klärt auf.

Erste Regel: Ruhig bleiben

Neben einigen Hausmitteln, auf die wir später eingehen werden, hilft zunächst der gesunde Menschenverstand, um Wespen von der sommerlichen Grillparty auszuladen. Wer wild in der Luft herumfuchtelt, schubst im Zweifel nicht nur Teller und Gläser vom Tisch, er provoziert die Wespen zusätzlich. Oberster Grundsatz beim ungebetenen Besuch: Ruhe bewahren. Bewegen sich Wespen außerhalb ihres Nestbereichs sind die Tiere nicht per se aggressiv. Im Übrigen stehen nur zwei der acht in Deutschland heimischen Wespenarten auf süße Sachen und Fleisch. Man kann also sagen, dass die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe maßgeblich für den schlechten Ruf ihrer Art verantwortlich sind. Und auch die stechen nur, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen oder gequetscht werden. Allein die Ruhe zu bewahren, hilft natürlich nicht, um die Wespen von der Terrasse oder dem Balkon zu vertreiben.

Was hilft gegen Wespen? Sprühen statt schlagen

Gemäß Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) ist es untersagt, "Wespen mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten." Wer Wespen zertrampelt, macht sich demnach strafbar. Dabei lassen die sich recht simpel austricksen. So empfiehlt unter anderem der Naturschutzbund, die Störenfriede mit zerstäubtem Wasser zu besprühen. Schon wenige Sprühstöße sollen ausreichen, um die Wespen in die Flucht zu schlagen. Die Idee: Die Wespen vermuten Regen und kehren ins schützende Nest zurück.

Wichtig: Die Sprühflasche sollte gründlich ausgespült werden, bevor sie gegen die Wespen eingesetzt wird.

Die wahrscheinlich beliebteste Waffe im Kampf gegen Wespen sind sogenannte Ablenkungsfallen. Doch weil Wespen cleverer sind, als viele vermuten, sollte man auch hier einige Dinge beachten.

Beerenstarker Tipp: Ablenken mit reifem Obst

In einem Experiment im Rahmen des naturwissenschaftlichen Wettbewerbs "Jugend forscht" fanden zwei Schülerinnen schon vor einigen Jahren heraus, auf welches Obst Wespen am meisten fliegen. Sie platzierten einen Teller mit halbierten und überreifen Weinbeeren etwas abseits des Esstischs. Und berichteten, dass die Wespen, die Beeren nicht nur geduldig, sondern auch sehr gelassen und friedlich aushöhlten. Selbst vom Nachlegen weiterer Beeren ließen sie sich demnach überhaupt nicht stören. Ablenkfütterungen mit unverdünnter Marmelade oder Honig sollen die Tiere dagegen eher gereizt haben.

Aus den oben angeführten Gründen rät der Naturschutzbund Deutschland dringend davon ab, mit süßem Saft oder Bier gefüllte Wespenfallen zu kaufen und aufzustellen. Darin quälen sich vor allem alte Tiere zu Tode – das aktive Volk werde nicht dezimiert.

Achtung: Auch die nahe liegende Idee, Wespen mit der eigenen Atemluft wegzupusten, ist eine denkbar schlechte. Das dabei ausgestoßene Kohlendioxid lässt bei den Wespen alle Alarmglocken schrillen und stachelt die Tiere erst recht zu einer Attacke an.

So halten Sie Wespen fern

Mit einigen einfachen Maßnahmen kann es gelingen, dass viele Wespen gar nicht auf Sie aufmerksam werden und einen großen Bogen um die Terrasse oder den Balkon machen. 

  • Verzichten Sie auf bunte Kleidung und farbige Deko
  • Geben Sie Deo und Parfüm am Partytag hitzefrei
  • Sammeln Sie Fallobst im Garten zügig auf
  • Verschließen Sie offene Getränke
  • Räumen Sie den Tisch nach dem Essen zügig ab
  • Wischen Sie Kindern regelmäßig Mund und Hände ab

Warum Wespen auf Grillfleisch stehen

Wespen sind Raubtiere. Auf ihrer Speisekarten stehen in der Regel Fliegen und Mücken. Während der Brutpflege steigt ihr Bedarf nach eiweißhaltiger Nahrung deutlich an, weil sie die Larven im Nest versorgen müssen. So erklären sich Wissenschaftler, dass Wespen in den Sommermonaten ihre Beißwerkzeuge nicht von Schaschlik, Steak und Bratwurst lassen können. Sind die Jungtiere versorgt und die gesamte Brut ist über den Berg stürzen sich auf Süßigkeiten wie Eis, Kuchen und zuckerhaltige Getränke. Bis dahin haben sich in den Völkern auch die Drohnen und neuen Königinnen entwickelt. Deshalb haben Wespen vor allem im August und September viel Zeit, um uns Menschen zu "belästigen".

Was tun bei einem Wespenstich?

Wespenstiche sind vor allem eins: Schmerzhaft. Ätherische Öle lindern diesen Schmerz am effektivsten. Sollten Sie also doch einmal vom Wehrstachel einer Wespe erwischt werden, greifen Sie zu einer Zwiebel, Gurke oder Zitrone und drücken Sie die Schnittfläche auf die Einstichstelle. In der Regel lässt der Schmerz dann zügig nach und eine mögliche Schwellung geht zurück. 

Quellen:"Ökotest"; "NABU"; Landesbund für Vogelschutz


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