Afghanistan Nato-Chef lobt deutschen Einsatz


Vor dem Nato-Gipfeltreffen hat Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer den deutschen Beitrag in Afghanistan gewürdigt. Die Botschafterin der USA verlangte mehr "Flexibilität", gemeint sind Einsätze im umkämpften Süden des Landes.

Deutschland habe seinen Beitrag in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht, sagte er der Bild-Zeitung. "Da kann man wohl kaum von fehlendem Willen der Bundesregierung sprechen."

Deutschland steht derzeit vor allem aus den USA und Kanada unter Druck, seine Soldaten auch in den umkämpften Süden Afghanistans zu schicken. Die Bundesregierung lehnt dies ab. SPD-Fraktionschef Peter Struck (SPD) bekräftigte diese Haltung am Sonntag im ZDF: Es werde kein neues Bundestagsmandat für deutsche Kampftruppen im Süden Afghanistans geben, sagte Struck. "Wir haben keinen Grund, unsere Konzeption zu verändern. Der Druck, der von der Nato aufgebaut worden ist, muss ausgehalten werden, weil wir auf einem richtigen und besseren Weg sind."

USA erwarten mehr Flexibilität

Es wird erwartet, dass die Forderung auch Thema beim Treffen der Staats- und Regierungschefs des Militärbündnisses ist, das am Dienstag in der lettischen Hauptstadt beginnt. Die Nato-Botschafterin der USA verlangte von den Verbündeten mehr Flexibilität, nannte dabei aber nicht ausdrücklich Deutschland. In einer Situation, in der das Unerwartete geschehen kann, müssten alle solidarisch miteinander umgehen, mahnte Victoria Nuland im ZDF. "Und wir müssen so weit wie nur möglich flexibel sein und unsere Truppen verlegen, wenn der Isaf-Kommandeur sie anfordert", mahnte die Botschafterin.

De Hoop Scheffer lobte dagegen ausdrücklich die Bundeswehr, die sich in Sachen Mut und Professionalität im Einsatz hinter niemandem verstecken müsse. Die Nato brauche zudem keine größere, dauerhafte Verstärkung ihrer Truppen. "Unsere Truppen im Süden können ihren Auftrag voll erfüllen", sagte er in dem Interview. Lediglich Zahl und Ausrüstungsstand entsprächen noch nicht vollständig dem von den Alliierten beschlossenen Bedarf. "Diese Defizite müssen wir gemeinsam beseitigen."

Deutschland hat rund 3000 Soldaten im relativ friedlichen Norden Afghanistans im Einsatz. Nach dem Bundestagsmandat sind allenfalls kurzfristige Einsätze in anderen Gebieten des Landes möglich. Im Süden liefert sich die Nato seit Monaten harte Kämpfe mit Taliban-Rebellen. Die radikal-moslemischen Taliban wurden Ende 2001 gestürzt. Sie haben sich seither auf ihre Kerngebiete um Kandahar konzentriert und ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet zurückgezogen.

Reuters


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