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Anschlagspläne in England: Terroristen wollten Entführte köpfen

Es sei kein Anschlag gewesen, bei dem viele Menschen gestorben wären, sagt ein britischer Polizeisprecher über einen jetzt verhinderten Anschlag. Stattdessen wollten die Täter ihr Opfer erst entführen und dann enthaupten - nach Vorbild irakischer Extremisten.

Die britische Polizei hat einem Medienbericht zufolge die Entführung und Enthauptung eines jungen Mannes nach dem Vorbild irakischer Extremisten in letzter Minute vereitelt. Die Attentäter hätten ein Video der Enthauptung ins Internet stellen wollen, berichtete der Sender "Sky Television" und berief sich auf nicht näher genannte Quellen. Weder Regierung noch Polizei bestätigten den Bericht, teilten aber mit, dass bei landesweiten Anti-Terror-Razzien acht Personen festgenommen worden seien.

Dem Fernsehbericht zufolge zielte der geplante Anschlag auf einen jungen Mann von etwa 20 Jahren ab. Die Identität des Opfers sei "Sky Television" bekannt, meldete der Sender weiter. Die Polizei erklärte, die festgenommenen Personen stünden im Verdacht, Anschläge vorbereitet, in Auftrag gegeben oder angestiftet zu haben. Ein Polizeisprecher sagte Reuters, der womöglich geplante Anschlag sei nicht auf die Tötung möglichst vieler Menschen hin angelegt gewesen. "Es war kein Plan von der Art eines U-Bahn-Massenanschlags oder so." Vielmehr habe es sich um eine neue Taktik der Extremisten gehandelt.

Festgenommen im Morgengrauen

Alle Verdächtigen wurden im Morgengrauen in Birmingham festgenommen. Dort sperrte die Polizei mehrere Straßen ab. "Vorsichtshalber werden wir an den Orten der Festnahmen verstärkte Präsenz zeigen", teilte die Polizei der West Midlands mit. Es gebe jedoch keine spezielle Bedrohung für die Gegend. Birmingham ist die zweitgrößte Stadt Großbritanniens, viele Muslime leben dort.

Die Regierung erklärte, die Polizeiaktion verdeutliche, dass Großbritannien sich nach wie vor einer realen und ernsthaften Terrorgefahr ausgesetzt sehe. Nach Ansicht von Geheimdiensten sind weitere Anschläge auf den britischen Inseln ziemlich wahrscheinlich. Es gilt die zweithöchste Sicherheitsstufe. Im vergangenen Jahr hatte der Inlands-Geheimdienst MI5 davor gewarnt, dass Extremisten etwa 30 Anschlägen planten. Etwa 1600 Verdächtige würden beobachtet.

52 Tote bei Anschlag in London

Im Juli 2005 waren bei den verheerendsten Attentaten in Friedenszeiten in Großbritannien 52 Menschen getötet worden. Selbstmordattentäter zündeten ihre Sprengsätze in der Londoner U-Bahn und in einem Bus. Im Sommer 2006 vereitelte die britische Polizei eigenen Angaben zufolge Anschläge auf Flüge in die USA. In Folge wurden die Sicherheitsregeln für Handgepäck drastisch verschärft.

Reuters / Reuters