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Atomstreit: Iran droht mit Vergeltung

Der Iran verschärft seine Drohgebärden. Das Verteidigungsministerium kündigte jetzt an, dass es US-Angriffe auf iranische Atomanlagen mit einem Gegenschlag beantworten würde.

Der Iran wird nach eigenen Angaben einen Angriff auf eine seiner Atomanlage mit einem schnellen und vernichtenden Gegenschlag beantworten. Mit dieser Ankündigung reagierte der iranische Verteidigungsminister Ali Schamchani auf die Verwirrung über eine Explosion im weiteren Umkreis der Atomanlage Buschehr. Sein Land werde jede Aggression so beantworten, dass keine Zweifel darüber bestehen könnten, was passiert sei, so Schamchani.

Das Teheraner Innenministerium hatte am Mittwoch Berichte türkischer und arabischer Fernsehsender über Flugabwehrfeuer unweit von Buschehr dementiert. Ein ranghoher Sicherheitsbeamter erklärte, die Explosion sei Teil von Sprengarbeiten für den Bau eines Staudamms gewesen. Zuvor hatte der Iran mitgeteilt, dass die USA regelmäßig Drohnen zur Überwachung iranischer Atomanlagen einsetzten. Ali Aghar Mohammadi, ein Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats, sagte, Berichte wie die vom Mittwoch gehörten weitgehend zu einem "psychologischen Krieg".

USA befürchtet Missbrauch des Kraftwerks

Das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran ist seit Jahren vor allem wegen der iranischen Atompolitik angespannt. Insbesondere die Kernkraftanlage in Buschehr ist den USA ein Dorn im Auge. Seit Beginn der Bauarbeiten vor zwanzig Jahren verdächtigen die USA den Iran, die Anlage für ein geheimes Atomwaffenprogramm zu missbrauchen. Die US-Regierung befürchtet, dass unter anderem russische Brennstäbe den Bau von Atomwaffen ermöglichen könnten.

Die Befürchtungen könnten berechtigt sein: So hatte die iranische Atomenergiebehörde AEOI mit einem Moskauer Unternehmen eine Lieferung von verbrauchten Brennelementen vereinbart. Jetzt wurde bekannt, dass Russland bis Ende Mai 90 Tonnen nuklearen Brennstoffs für das Atomkraftwerk liefern soll. Entsprechende Vereinbarungen sollen nächste Woche bei einem Besuch des Leiters des russischen Atomprogramms unterzeichnet werden. Dies berichtet der staatliche iranische Fernsehsender IRIB unter Berufung auf einen Sprecher der iranischen Atombehörde.

Am 25. Februar sollen dann Abkommen über die Lieferung des Brennstoffbedarfs von Buschehr für 10 Jahre, die Rücknahme von Brennstäben durch Russland und die erstmalige Sendung nuklearen Brennstoffs unterzeichnet werden. "Nach der Unterzeichnung der Abkommen soll Russland eine erste Ladung von 90 Tonnen nuklearen Brennstoffs per Flugzeug nach Buschehr schicken", sagte der Sprecher der iranischen Atombehörde dem Sender IRIB.

DPA/AP / AP / DPA