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Attentat: El Kaida-nahe Terrorgruppe bekennt sich

Auf einer Islamisten-Website hat sich die Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad unter Führung des Top-Terroristen Abu Mussab el Sarkawi zu der Ermordung des irakischen Regierungsratspräsidenten bekannt.

Auf einer Islamisten-Website ist ein zweites Bekennerschreiben zum Selbstmordattentat auf den Präsidenten des irakischen Regierungsrats, Isseddin Salim, aufgetaucht. Darin bekennt sich die El Kaida nahe Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad unter der Führung des Top-Terroristen Abu Mussab el Sarkawi zu dem Anschlag vom Montag. Wenige Stunden nach der Tat hatte bereits eine bislang unbekannte irakische Gruppe, die sich "Arabische Widerstandsbewegung/Raschid-Brigaden" nannte, behauptet, zwei ihrer Kämpfer hätten den schiitischen Politiker getötet.

In der nun veröffentlichten Erklärung wird ein saudiarabischer Staatsbürger namens Abu Salama el Hedschasi als Selbstmordattentäter genannt. Außerdem heißt es in dem Schreiben, die Gruppe beabsichtige, alle Mitglieder des aus "Ungläubigen und Kollaborateuren" bestehenden Regierungsrats zu töten. Abu Mussab el Sarkawi, den die Besatzungstruppen im Irak für mehrere größere Sprengstoffanschläge verantwortlich machen, soll nach Angaben des US-Geheimdienstes auch den amerikanischen Zivilisten Nick Berg getötet haben, dessen Enthauptung von den Terroristen auf einem Video dokumentiert wurde.

Sarkawi: ein Phantom

Gesicherte Erkenntnisse über Abu Mussab el Sarkawi sind spärlich. Auf dem Fahndungsfoto ist ein Mann mit dunklen, starren Augen und Vollbart zu erkennen. Am Kinn soll er eine Narbe haben, auf seiner linken Hand sind angeblich mehrere Punkte eintätowiert, nach Einschätzung von US-Behörden fehlt ihm ein Bein. Der Mann ist ein Phantom, für dessen Ergreifung die US-Regierung eine Belohnung von zehn Millionen Dollar ausgesetzt hat.

Vor dem 11. September 2001 soll Sarkawi ein El-Kaida-Camp im afghanischen Herat geleitet haben. Er gilt als Experte für chemische und biologische Kampfstoffe und soll auch hinter einem kürzlich aufgedeckten Komplott für Anschläge mit Chemiewaffen in Amman stecken, die nach Ansicht des jordanischen Geheimdienstes tausende Zivilisten das Leben gekostet hätten. Für die Ermordung des Vorsitzenden der staatlichen amerikanischen Hilfsorganisation USAID, Laurence Foley, wurde Sarkawi Anfang April in Jordanien in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

DPA