Brasilien Amtsantritt mit Beifall von Fidel Castro


Der erste linksorientierte Präsident Brasiliens Luiz Inacio Lula da Silva tritt sein Amt an. Eines seiner erklärten Ziele ist der Kampf gegen Armut und Hunger.

Der erste linksgerichtete Präsident Brasiliens, Luiz Inacio Lula da Silva, hat bei seiner Vereidigung angekündigt, den Hunger in dem Schwellenland zu bekämpfen.

In dem südamerikanischen Land, in dem rund ein Drittel der 170 Millionen Einwohner in Armut leben, wurde der Amtsantritt des ehemaligen Schlossers am Neujahrstag als Beginn einer neuen Ära gefeiert. Lula sagte nach der Vereidigung und der Übernahme der Amtsschärpe in Brasilia, er sehe sein Lebenswerk als erfüllt an, wenn jedes Kind in Brasilien zum Ende seiner Amtszeit in vier Jahren drei Mal am Tag etwas zu essen bekomme.

Der sozialistische Präsident sprach von seinem Amtsantritt als einem "historischen Augenblick für die Republik". Mit seinem Aufstieg vom Arbeiter zum Staatschef werde ein Traum von Generationen wahr. Flankiert von weiß uniformierten berittenen Soldaten waren Lula und sein Vize, Jose Alencar, in einem offenen Rolls Royce durch die jubelnde Menschenmenge gefahren worden, bevor Lula im Kongress seinen Amtseid ablegte.

In Sicherheitskreisen wurde die Menge, die sich zur Vereidigung eingefunden hatte, auf rund 70.000 Menschen geschätzt. Zu den Feierlichkeiten waren zahlreiche Spitzenpolitiker aus Nachbarländern und weiteren lateinamerikanischen Staaten erschienen, darunter auch der kubanische Staatschef Fidel Castro und der linksgerichtete Präsident Venezuelas, Hugo Chavez.

Die Stimmung in der Hauptstadt Brasilia erinnerte an die Feiern nach einem Sieg der brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft: Hupend fuhren die Anhänger des neuen Präsidenten durch die Straßen und tanzten in einem Meer aus Grün und Gelb, den Farben der brasilianischen Flagge, sowie dem dunklen Rot der Arbeiterpartei Lulas.

"Dies ist nicht nur ein Sieg für die Arbeiterpartei, sondern auch für eine Gesellschaft, die keine Stimme und keine Möglichkeiten hatte", sagte ein Mann, der mit seiner 77-jährigen Mutter aus Rio de Janeiro zur Vereidigung Lulas gereist war.

Der 57-jährige Lula hatte sich im Oktober in der Stichwahl gegen den Regierungskandidaten Jose Serra durchgesetzt. Nach seiner Wahl hatte Lula bekräftigt, die strenge Haushaltsdisziplin fortzusetzen, um die Wirtschaft des hoch verschuldeten Landes zu stabilisieren.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker