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Über Homo-Ehe, Obamacare, IS: Trumps zentrale Aussagen aus dem ersten großen Interview

In seinem ersten großen Interview nach der US-Wahl präsentiert Donald Trump sich ungewöhnlich milde gegenüber dem Sender CBS. Das sind seine wichtigsten - und verblüffendsten Aussagen.

Donald Trump in seinem ersten großen Interview nach der Wahl bei CBS

Donald Trump in seinem ersten großen Interview nach der Wahl

Ist Donald Trump plötzlich milde geworden? Im ersten großen Interview nach der Wahl hat der nächste Präsident der USA einige seiner radikalen Äußerungen relativiert oder sogar komplett zurückgenommen und sich überraschend präsidial präsentiert. War alles nur Show für einen radikalen Wahlkampf? Andererseits wäre es schließlich nicht das erste Mal, dass ein Politiker nach der Wahl von seinen Versprechen zurückrudert. Das sind - zwischen allen Phrasen und schwammigen Formulierungen - Trumps wichtigsten Aussagen aus dem Interview mit dem Sender CBS:


• Über Obamacare:

"Ich werde mich bemühen und das beibehalten. Kosten erhöhen, aber sehr bemühen, das beizubehalten."

Das von Präsident Barack Obama eingeführte Gesundheitssystem, das auch finanziell schlechter gestellten Menschen eine Krankenversicherung ermöglicht, hatte Trump bislang mehrfach verschrien und angekündigt, es schnell abzuschaffen, wenn er Präsident wird.


• Über die Homo-Ehe:

"Diese Frage ist entschieden, das ist jetzt das Recht. Für mich ist das okay." 

Im Wahlkampf hatte Trump sich wiederholt gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen. Ob er überhaupt daran rütteln könnte, ist allerdings fraglich: Legalisiert wurde die  im vergangenen Jahr schließlich durch das Oberste Gericht der USA.


• Über schwuLesBische und Trans-Menschen:

"Ich war immer ein Unterstützer."

Eher nein.


• Über die Gewalttaten seiner Anhänger gegenüber Latinos, Afroamerikanern und Muslimen:

"Ich bin sehr traurig, das zu hören und ich sage: Lasst das. Wenn es hilft, sage ich das direkt in die Kameras: Lasst das."

Schon am ersten Tag nach der Wahl hat es mehrere rassistische Übergriffe im Land gegeben.


• Über Hillary Clinton:

"Sie ist sehr stark und sehr klug."

Das sind bislang nicht gerade die Worte, mit denen er seine Konkurrentin beschrieben hat. Laut eigener Aussage hat Trump zu Clinton selbst am Telefon gesagt: "Du warst eine großartige Konkurrentin."


• Über den IS:

"Alles, was ich Ihnen sagen kann, ist: Wir werden den IS loswerden."

Wie er das schaffen will, darüber weiß Trump nichts zu antworten. Sein Versprechen ist der letzte Satz nach viel schwammigem Gestammel. 


• Über das Präsidentengehalt:

"Nein, ich werde es nicht nehmen. Ich nehme es nicht."

Von den üblichen 400.000 Dollar Jahresgehalt will er nichts wissen. Er will nur den obligatorischen einen Dollar pro Jahr annehmen.


 • Über Barack Obama:

"Ich habe schreckliche Dinge über ihn gesagt."

Über den Präsidenten hatte unter anderem das Gerücht zu verbreiten versucht, er sei nicht in den USA geboren worden.


• Über illegale Einwanderer und Kriminelle:

"Wir schaffen sie außer Landes oder wir sperren sie ein." 

Drei Millionen Menschen will Trump sofort ausweisen. Nun, damit bleibt er seinen Versprechen im Wahlkampf in der Tat treu.

 

Das gesamte Interview mit Donald Trump auf CBS können Sie hier sehen und im Wortlaut (englisch) nachlesen.

jen
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