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#Freepress: Hunderte US-Zeitungen greifen US-Präsident Donald Trump frontal an

Angriff auf Donald Trump – an dieser Aktion beteiligen sich Medien in den gesamten USA. Sie machen in Leitartikeln ihrer Wut über die ständigen "Fake-News"-Anschuldigungen des US-Präsidenten Luft.

Die 29-jährige Lauren Vowells liest den "Boston Globe"

Zeitungen und Nachrichten-Webseiten in den gesamten USA wehren sich in Leitartikeln gegen die Attacken von Präsident Donald Trump. In ihren am Donnerstag und teils bereits am Mittwoch veröffentlichten Beiträgen beziehen sie Position gegen die Anschuldigung Trumps, "Fake News" zu verbreiten. Aufgerufen zu der Aktion hatte die Zeitung "Boston Globe" unter dem Hashtag "#EnemyOfNone" (Feind von niemandem). Die Website des "Globe" platzierte den Artikel an prominenter Stelle,  ganz oben auf der Seite. Auf Twitter diskutieren Medienmacher und Leser auch unter dem Hashtag #FreePress über das Verhältnis von Trump zu den Medien.

"Heute haben wir in den Vereinigten Staaten einen Präsidenten, der ein Mantra geschaffen hat, dass Vertreter der Medien, die die Politik der aktuellen US-Regierung nicht eindeutig unterstützen, 'Feinde des Volkes' sind", hieß es im Leitartikel des "Globe". "Dies ist eine der vielen Lügen, die von diesem Präsidenten geäußert wurden", lautete es unter der Überschrift "Journalisten sind nicht der Feind".

Nach Angaben des "Globe" beteiligten sich bislang etwa 350 Medien an der Aktion. Freie Medien durch staatlich kontrollierte zu ersetzen, sei stets eine der ersten Ziele eines korrupten Regimes bei der Machtübernahme in einem Land, schrieb die 1872 gegründete Zeitung. Trump verbreite unter anderem die Lüge, dass Medien, die seine Regierungspolitik nicht unterstützen, "Feinde des Volkes seien". Dieser unerbittliche Angriff auf die freie Presse habe gefährliche Folgen, schrieb das Blatt.

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Verteidiger einer freien Presse warnen, dass Trump mit seinen Äußerungen die Rolle der Presse als Kontrollorgan zum Schutz vor Machtmissbrauch in der Politik gefährdet - sowie den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der die Unabhängigkeit der Presse in den USA garantiert.

Replik auf "Fake News"-Vorwürfe von Donald Trump

"Wir sind nicht der Feind des Volkes. Wir sind das Volk. Wir sind nicht Fake News. Wir sind Ihre Nachrichten und wir arbeiten Tag und Nacht hart, damit wir die Fakten richtig berichten", schrieb etwa die "Syracuse New Times" aus dem Bundesstaat New York.

Die renommierte "New York Times" forderte in ihrem Kommentar die Leser auf, Lokalzeitungen zu abonnieren. Die Zeitung - eines der bevorzugten Ziele der Medienattacken des Präsidenten - erklärte in einem kurzen Leitartikel unter der Überschrift "Eine freie Presse braucht Dich", jeder Bürger habe das Recht die Presse zu kritisieren, wenn sie etwas falsch gemacht habe. "Aber darauf zu bestehen, dass Wahrheiten, die man nicht mag, 'Falschnachrichten' sind, ist gefährlich für das Funktionieren von Demokratie. Und Journalisten als 'Feind des Volkes' zu bezeichnen, ist gefährlich. Punkt."

Einige Medienhäuser zeigten sich jedoch auch kritisch. Das konservative "Wall Street Journal" etwa warnte in einem Kommentar in den Tagen vor Veröffentlichung der Leitartikel, dass eben eine solche abgestimmte Aktion nicht den Eindruck von Unabhängigkeit der Redaktionen erwecke.

Brauchen Trump-Gegner diese Leitartikel?

Ken Paulson, ehemaliger Chefredakteur der "USA Today", stellte den Nutzen von Leitartikeln in Frage: "Die Menschen, die Leitartikel lesen, müssen nicht überzeugt werden", erklärte er. "Sie sind nicht diejenigen, die uns bei Präsidentenkundgebungen niederschreien." Die Medien bräuchten eine größer angelegte Marketingkampagne, um die Notwendigkeit einer freien Presse zu unterstreichen.

Ein Foto auf Twitter fasste die Berufsethik von Journalisten in Trump-Zeiten gut zusammen: "Wenn jemand sagt, es regnet und ein anderer sagt, es ist trocken, ist es nicht deine Aufgabe, beide zu zitieren. Deine Aufgabe ist, aus dem verdammten Fenster zu gucken und herauszufinden, was stimmt". 

Wenn Donald Trump heute aus dem Fenster schaut, wird er jedenfalls feststellen, dass er eine Menge Feinde unter den Medienmachern hat. Der US-Präsident bezeichnet Medien, die kritisch über ihn berichten, regelmäßig als "Feinde des Volkes". Bei Trump-Veranstaltungen werden Reporter immer wieder wüst beschimpft.

Die 29-jährige Lauren Vowells liest den "Boston Globe"
anb (mit dpa und AFP)
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