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Ex-Mitarbeiter Cliff Sims: Dieser Moment, wenn man live im TV über Trump spricht – und der einen parallel auf Twitter beleidigt

Cliff Sims, Ex-Pressereferent im Weißen Haus, ist stolz, für Donald Trump gearbeitet zu haben. Doch der US-Präsident will nichts von ihm wissen und lästert auf Twitter über ihn, als der gerade bei CNN ein Live-Interview gibt.

Cliff Sims bei CNN

Cliff Sims nebst Trump-Tweet bei CNN

stern

Von Donald Trump beleidigt zu werden, ist nicht jedem beschieden. Und wie man dabei aussieht, wenn einen der US-Präsident vor seinen 60 Millionen Followern "Laufburschen" nennt, konnten CNN-Zuschauer jetzt beobachten. Da saß Cliff Sims zu Gast bei Alisyn Camerota, die den früheren Kommunikationsmitarbeiter im Weißen Haus zu seinem Enthüllungsbuch "Team of Vipers" befragte. Inmitten des Gesprächs twitterte Trump seinen Kommentar über Sims: "Ein weiteres langweiliges Buch mit erfundenen Geschichten von einen Laufburschen, den ich kaum kenne", schrieb er sinngemäß.

"Interessiert mich nicht, was Donald Trump sagt"

Als Moderatorin Camerota den Tweet vorliest, hält CNN etwas voyeuristisch voll auf Sims Gesicht. Doch der reagiert entspannt und muss anschließend über die Einlassung seines früheren Chefs lachen. "Wissen Sie, ich definiere mich nicht darüber, Trump-Mitarbeiter zu sein. Ich weiß, wer ich bin, Jesus Christus weiß, wer ich bin und es interessiert mich nicht, was Donald Trump oder irgendjemand anders sagt, wer ich bin." Ob ihn die Bezeichnung "Gofer" (also Laufbursche, Kuli) störe, will Alisyn Camerota wissen. "Nicht die Spur", so Sims.

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Einige Passagen seines Buchs "Team of Vipers", das sich dem Sinn entsprechend mit "Unter Giftschlangen" übersetzen lässt, sind bereits seit einigen Tagen im Umlauf. Der Unterschied zu vielen anderen Werken dieser Art: Sims hat eine Abrechnung mit den Zuständen im Weißen Haus aus der Sicht von Trumpianern geschrieben. Am Chef selbst übt Sims nur leise Kritik, seine Analyse fällt letztlich ähnlich aus, wie die von im Streit geschiedenen Ex-Mitarbeitern des Weißen Hauses: Die Beschäftigen seien "außer Kontrolle" und der Ort selbst sei einen "Hort von Verrat und Doppelzüngigkeit".

Cliff Sims stolz, für Donald Trump gearbeitet zu haben

Dem US-Magazin "The New Yorker" sagte Cliff Sims, dass er trotz gelegentlicher Unstimmigkeiten mit dem Präsidenten "stolz" sei, im Weißen Haus, für das amerikanische Volk und für Donald Trump gearbeitet zu haben. "So eine Möglichkeit bekommt man nur einmal im Leben und ich bin froh, sie genutzt zu haben."

Nebenbei hat Sims auf der Werbetour für sein Buch auch verraten, was es mit Donald Trumps berühmter Wortschöpfung "Covfefe" auf sich hat. In einem Gespräch mit CNN-Moderator Anderson Cooper sagte Sims, das sei das Lustigste gewesen, das er je in seinem Leben gesehen habe. Natürlich sei Trump da ein Fehler unterlaufen. "Aber dann hat er Sean Spicer (früherer Pressesprecher, d.Red.) aufgetragen zu behaupten, dass diejenigen, die es wissen müssen, schon wüssten was es bedeutet."

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