VG-Wort Pixel

"Fact Checker" der "Washington Post" Donald Trump bei seiner 10.000 Lüge erwischt

Donald Trump in Wisconsin
Donald Trump beim Wahlkampfauftritt in Wisconsin
© Saul Loeb / AFP
Donald Trumps Neigung, es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen, verschlimmert sich. Laut der Seite "Fact Checker" hat er nun die 10.000-Lügen-Marke gebrochen. Das sind 5000 Halb- und Unwahrheiten seit Herbst - oder 23 am Tag.

War es wegen der Zwischenwahl im November? Ist es wegen des beginnenden Präsidentenwahlkampfs? Oder liegt es einfach nur am Wesen Donald Trumps? Der US-Präsident, für seinen eher lockeren Umgangs mit der Wahrheit bekannt, hat seit seiner Amtseinführung im Januar 2017 10.111 Mal gelogen und/oder irreführende Behauptungen aufgestellt, wie die Faktenchecker der "Washington Post" melden. Erst im September hatten die Journalisten Trumps Überschreiten der 5000er-Marke verkündet. Und nun, nur 226 Tage später, "hat er 10.000 erreicht, das entspricht einem Durchschnitt von fast 23 tägliche (Falsch-)Behauptungen in diesem Sieben-Monats-Zeitraum", so die Fact-Check-Macher in ihrem jüngsten Beitrag.

Donald Trump: 171 Lügen in nur drei Tagen

Welche Aussage genau die "Jubiläumslüge" ist, lässt der Verantwortliche Glenn Kessler in seinem Beitrag offen. Er listet nur die Anzahl der fragwürdigen Aussagen der letzten Tage auf, in denen Trump besonders häufig zu sehen zu hören war. So habe in einem 45-minütigem Telefoninterview mit "Fox-News"-Moderator Sean Hannity am Donnerstag 45 zweifelhafte Äußerungen von sich gegeben, bei einem kurzem Geplänkel mit Journalisten einen Tag später acht, in der Rede der US-Waffenlobby NRA 24, 17 bei einem 20-minütigem Radio-Gespräch und bei einem Wahlkampfauftritt in Wisconsin am Samstag 61. Plus Twitter seien das 171 Lügen und/oder irreführende Behauptungen in nur drei Tagen – ein neuer Rekord.

Als einer der absurdesten Falschaussagen zitiert die "Washington Post" Trumps Hinweis, dass er durchgesetzt habe, die neue US-Botschaft in Jerusalem aus Meleke, eine örtliche Art von Kalkstein, zu bauen. Allerdings genehmigt die Jerusalemer Stadtverwaltung seit Jahrzehnten nur einen speziellen anderen Kalkstein als Baumaterial. Der größte Anteil an unsauberen Äußerungen macht der Themenkomplex Einwanderung und der Mauerbau zu Mexiko aus - rund 20 Prozent. So habe er 160 Mal behauptet, dass die Mauer gerade gebaut werde, was so aber nicht stimmt. Trump lässt die ohnehin fälligen Reparatur- und Austauscharbeiten unter die Rubrik "Mauerneubau" fallen. Das vom US-Präsidenten geforderte Geld für eine (Beton-)Mauer wurde ihm bislang nicht genehmigt.

Pinocchios für Übertreibungen und Lügen

Die "Fact Checker" von der "Washington Post" hatten mit der Wahl Trumps zum US-Präsidenten begonnen, seine Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen und haben dafür eine Skala von einen bis mehreren Pinocchios ersonnen. Je nach dem, ob es sich nur Übertreibungen oder regelrechte Lügen handelt. Zu seinen (mindestens übertriebenen, eher falschen) Lieblingsbehauptungen zählen: "Keine Regierung hat in den ersten zwei Jahren mehr getan als die Trump-Regierung" (irreführend), "Unsere Steuerreform ist die größte in der US-Geschichte" (falsch) und "China und die EU ziehen die USA beim Handel über den Tisch" (mindestens irreführend).

Quellen: CNN, "Fact Checker", Donald Trump auf Twitter

nik

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker