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Umweltschutz: Trump reklamiert für sich, für "sauberste Luft und kristallklares Wasser" zu sorgen

Bisher ist die US-Regierung eher damit aufgefallen, Umweltschutzauflagen abzubauen und fossile Brennstoffe zu fördern - doch nun brüstet sich Donald Trump plötzlich mit "großen Fortschritten bei sauberer Luft und glasklarem Wasser".

Donald Trump rühmt sich für seine Umweltpolitik

Lobt sich selbst: US-Präsident Donald Trump

AFP

Der Wirtschaft der USA geht es so gut wie lange nicht, und das ist auch ein Verdienst von Donald Trump. Dessen Regierung baut fleißig – oft unbeachtet von der Öffentlichkeit – zahlreiche Regularien und Auflagen für Unternehmen ab. Die Chefs freut das, auch neue Jobs entstehen auf diese Weise.

Ob aber etwa die von der US-Regierung gewünschte Förderung von mehr Öl- und Erdgas besonders umweltfreundlich ist, bezweifeln Klimaschützer. Den US-Präsidenten aber lässt die Kritik an seiner Umwelt- und Klimapolitik kalt. Im Gegenteil: Im Gegensatz zum Kurs seiner Vorgänger, sorge erst er für eine intakte Natur, behauptet er nun.

Donald Trump: "USA haben sauberes Klimata"

"Wir wollen die sauberste Luft, wir wollen glasklares Wasser", sagte Trump in Washington. Dies sei von Anfang an eine der obersten Prioritäten seiner Regierung gewesen, und das Land habe hier in seiner Amtszeit große Fortschritte gemacht. Seine Regierung verliere dabei aber nicht die Wirtschaft aus dem Blick. Er und sein Kabinett kämpften jeden Tag für eine saubere Umwelt und seien dabei zugleich loyal zu den amerikanischen Arbeitern und deren Jobs.

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Diese Sichtweise wirkt angesichts zahlloser Lockerungen von Umweltschutzbestimmungen einigermaßen überraschend – wenngleich nicht ganz neu: Dass er das "beste und kristallsauberste Wasser" wolle, davon hatte er bereits Anfang Juni nach einem Gespräch mit dem britischen Thronfolger Prinz Charles gesprochen. Damals sagte der US-Präsident, der am menschengemachten Klimawandel zweifelt, auch, dass die "Vereinigten Staaten im Augenblick auf der Basis aller Statistiken eines der saubersten Klimata haben, die es gibt, und es wird sogar noch besser."

Anscheinend unterscheidet Donald Trump nicht zwischen Umwelt, Wetter und Klima. 2017 hatte er die USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zurückgezogen, das zum Ziel hat, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Die Vereinigten Staaten sind nach China größter Verursacher der klimaschädlichen Gase. Der Rückzug stieß international auf Unverständnis. Nun verteidigte der US-Präsident seine Entscheidung erneut: Das Abkommen sei unfair und extrem teuer für die USA gewesen, sagte er. Auf dem G20-Gipfel in Osaka vor Kurzem bekräftigten alle Teilnehmerstaaten, dass sie an den Zielen des Pariser Vertrags festhalten wollen – alle, außer den USA.

Öl-Lobbyisten als Umweltminister

In so gut wie bei allen Energie- und Umweltthemen bricht Trumps Regierung mit der Politik seines Vorgängers Barack Obama. Auf Führungsebene hatte der aktuelle Präsident Öl- und Kohlelobbyisten zu Energie- und Umweltschutz-Ministern gemacht, unter anderem mit dem Ziel fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl zu fördern. So wurden in der Arktis Ölbohrungen in einem Schutzgebiet erlaubt (mittlerweile gerichtlich untersagt), in Utah werden zugunsten des Kohleabbaus Schutzgebiete verkleinert. Künftig sollen zudem wieder mehr klimaschädliche Kohlekraftwerke ans Netz gehen und Standards für den Auto-Abgasausstoß zurückgeschraubt werden.

Kurzum: Wenn Donald Trump von "Fortschritten" in Sachen Umwelt- und Klimaschutz spricht, dann hat er diese Meinung sehr exklusiv für sich allein.

nik / mit DPA