VG-Wort Pixel

Luft- und Wasserqualität "USA sind Vorreiter in Umweltpolitik": Trumps trügerische Aussagen im Faktencheck

Donald Trump lobt seine Umweltpolitik bei einer Veranstaltung im Weißen Haus.


Der US-Präsident behauptet, er habe Amerikas Luft- und Wasserqualität besser als seine Vorgänger geschützt und nach vorne gebracht.


Drei von Trumps Aussagen im Faktencheck:


1) "Jedes andere Land, das das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet hat, hängt im Vergleich zu den Emissionsreduzierungen der USA hinterher."


Dieses Statement ist irreführend. Vom Jahr 2000 bis 2016 reduzieren die USA tatsächlich zwischen 800 und 900 Milliarden Tonnen ihres CO2-Ausstoßes. Das ist in der Tat insgesamt mehr als die Reduktion aller anderen Länder des Pariser Klimaabkommens.


Betrachtet man die Zahlen im Verhältnis wird jedoch klar:


Die USA bleiben der zweitgrößte Umweltverschmutzter der Welt.


Andere Länder des Pariser Abkommens haben ihren CO2-Ausstoß prozentual noch weiter heruntergebrochen als die Amerikaner.


So hat Schweden seine Emissionen um 26,9 Prozent und Italien um 22,5 Prozent reduziert. Die USA liegen mit ihren bis zu 900 Milliarden Tonnen reduziertem CO2-Ausstoß nur bei 15,7 Prozent.


Was der US-Präsident außerdem völlig außer Acht lässt: Laut der Regierungsbehörde "Energy Information Administration" sind die gesamten Emissionen der USA 2018 sogar gestiegen.


2) "Einer der gemessenen Luftschadstoffe, Feinstoffteilchen, ist sechs Mal niedriger in den USA als der globale Durchschnitt."


Dieses Statement ist teilweise wahr, aber trotzdem irreführend. Amerikanische Luftqualität ist heute zwar viel sauberer als vor 50 Jahren – aber das liegt nicht etwa an der Politik von Donald Trump, sondern an der seiner Vorgänger im Weißen Haus.


Trumps Umweltpolitik sorgt jüngst eher für schlechtere Luftqualität.


So hat eine unabhängige Analyse der Nachrichtenagentur „Associated Press“ ergeben:


Zwischen 2017 und 2018 hat es insgesamt 15 Prozent mehr Tage mit ungesunder Luftqualität in den USA gegeben als durchschnittlich von 2013 bis 2016.


Selbst die US-Umweltbehörde sagt: In Trumps erstem Amtsjahr ist der Ausstoß von vier von sechs Luftschadstoffen angestiegen – wie zum Beispiel der von Kohlenmonoxid.


3) "Zum ersten Mal seit fast 30 Jahren sind wir dabei, die Standards des nationalen Trinkwassers zu stärken, um Kinder vor Blei- und Kupfereinwirkungen zu schützen. Etwas, was noch nie gemacht wurde, aber wir machen es."


Der US-Präsident zitiert den Plan seiner Umweltbehörde. Konkrete Maßnahmen und Fristen gibt es bisher aber noch nicht.  


Die Non-Profit-Organisation „Environmental Defense Fund“ nennt Trumps Plan eine "neu verpackte und aktualisierte" Version von Programmen, die unter Barack Obama gestartet wurden.
Mehr
Umweltschutzauflagen abbauen, Öl-Lobbyisten einstellen und fossile Brennstoffe fördern: So sieht Donald Trumps Umweltpolitik aus. Doch nun behauptet der US-Präsident, er habe Amerikas Luft- und Wasserqualität besser als seine Vorgänger geschützt. Kann das stimmen?

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker