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Donau-Hochwasser: Tausende auf der Flucht

Evakuierungen, kontrollierte Überflutungen, Rekord-Pegelstände: In Osteuropa kämpfen die Menschen an der Donau und ihren Nebenflüssen verzweifelt gegen das dramatisch gestiegene Hochwasser.

Besonders schlimm betroffen ist Rumänien: Rund 3000 Menschen mussten am Montag das Dorf Rast in Südrumänien verlassen. Sie kamen in selbst gebauten Notunterkünften auf dem Feld sowie in einem Zeltlager der Armee unter. Das Dorf war nach einem Deichbruch auf 1,5 Kilometer Länge ganz von Wasser umschlossen. Rund 120 Häuser stürzten ein, hunderte Gebäude standen bis zu zwei Meter tief im Nassen. Weitere 10.000 Menschen in drei Nachbardörfern müssten möglicherweise ebenfalls ihre Häuser aufgeben, berichtete die Nachrichtenagentur Mediafax am Abend.

In Deutschland hat sich dagegen die Lage in den Hochwassergebieten der Elbe weiter normalisiert. Der Katastrophenalarm wurde in allen Kreisen aufgehoben, überall liefen Aufräumarbeiten. Nach einwöchiger Sperrung wurde die Elbe in den betroffenen norddeutschen Kreisen wieder für den Schiffsverkehr freigegeben.

Viehweiden geflutet

In Rumänien ist vor allem der Südosten des Landes betroffen. Die größte Gefahr besteht jetzt vor allem zwischen den Orten Giurgiu und Tulcea, wo das Wasser in den nächsten Tagen um bis zu 35 Zentimeter steigen soll. Aus dem westlichen Donauabschnitt berichtete die Agentur Mediafax dagegen von leicht sinkenden Pegelständen.

Bei Calarasi und Fetesti am Borcea-Arm der Donau sprengten die Behörden zwei Schutzdeiche, um kontrolliert rund 500 Millionen Kubikmeter Donauwasser auf Ackerland und Viehweiden abzuleiten. Dadurch sollten Siedlungen flussabwärts geschützt werden. Gründe des Hochwassers sind die Schneeschmelze und starke Regenfälle.

Auch Bulgarien, Ungarn und Serbien betroffen

Kritisch ist die Situation auch in Bulgarien: In allen Donaugemeinden blieb der Notzustand in Kraft. In Ungarn herrschte höchste Alarmstufe am Unterlauf der Theiß, dem größten Nebenfluss der Donau. Als besonders gefährdet galten die Städte Szolnok und Szeged. Seit Tagen bauen hier Freiwillige und Soldaten in Szeged und Szolnok provisorische Deiche aus Sandsäcken. Aus Serbien berichteten die Behörden von gleich bleibenden Wasserständen. Jedoch seien die Pegelstände an manchen Stellen sogar 40 Zentimeter höher als im Flutjahr 1981.
DPA / DPA
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